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Schwer behindert, schwer engagiert

Praktisch und kunstvoll: Die von den Projektteilnehmern gestalteten Aufbewahrungsboxen. Foto: lf
Praktisch und kunstvoll: Die von den Projektteilnehmern gestalteten Aufbewahrungsboxen. Foto: lf
Zweibrücken. Die Inab-Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft hat gestern in ihrer Werkstatt an der Himmelsbergstraße dem Zweibrücker Caritas-Förderzentrum Paul Josef Nardini eine Spende überreicht. Keinen Scheck, sondern von den Teilnehmern des Projekts "Motor" mit viel handwerklichem Geschick gefertigte rollbare Aufbewahrungsboxen aus Holz Von Merkur-Redakteur Lutz Fröhlich

Zweibrücken. Die Inab-Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft hat gestern in ihrer Werkstatt an der Himmelsbergstraße dem Zweibrücker Caritas-Förderzentrum Paul Josef Nardini eine Spende überreicht. Keinen Scheck, sondern von den Teilnehmern des Projekts "Motor" mit viel handwerklichem Geschick gefertigte rollbare Aufbewahrungsboxen aus Holz. Diese hatte sich Winfried Hoffmann, Leiter der Caritas-Einrichtung für schwerst mehrfach Behinderte, gewünscht: "Viele unserer Bewohner sind auf den Rollstuhl angewiesen. Wenn sie umgelagert werden, brauchen wir viel Material wie Decken oder Kissen, das bis jetzt in irgendwelchen Ecken lag. Jetzt haben wir Kisten, die sogar künstlerisch gestaltet sind!" Nämlich mit zu den Gruppennamen passenden Motiven, etwa aus dem Dschungelbuch.Finanziert wird das "Motor"-Projekt jeweils zur Hälfte vom Sozialfonds der EU und dem Zweibrücker Jobcenter. Dessen Geschäftsführerin Birgit Heintz hob hervor, wie motiviert die 15 Teilnehmer des aktuellen sechsmonatigen Projekts waren: "Es hat kaum Fehlzeiten gegeben." Die Teilnehmer sind Arbeitslosengeld-2-Empfänger, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen meist nicht mehr als drei Stunden täglich arbeiten können. Es sei natürlich schwierig, reguläre Arbeit für diese Menschen zu finden: "Wir haben auch schon mal Leute vermittelt, das ist hier aber nicht das Hauptziel." Sondern Menschen eine sinnvolle Beschäftigung zu geben, statt sie nur zuhause herumsitzen zu lassen - und Stück für Stück für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Das Projekt läuft seit 2008. Joachim Mönch, Inab-Geschäftsstellenleiter Rheinland-Pfalz/Saarland, freute sich: "Die Förderung ist für nächstes Jahr verlängert worden. In Zeiten knapper Kassen ist es toll, dass das weiterläuft - der politische Druck wächst ja."

Auch mit Ton, Speckstein und Metall wird in der Werkstatt gearbeitet, berichtete die Lehrgangsverantwortliche Kristina Torbahn. Für Zweibrücker Kindergärten und dieses Jahr erstmals für ein Altenheim stellen die Teilnehmer auch Holzspielzeug her.