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Martinshöhe
Schulkinder werden zu Weihnachtsbäckern

Wenn in der Weihnachtszeit die Backstube Grundschülern gehört, dann haben sie den Himmel auf Erden. So geschehen jetzt in der Bäckerei Sprengard in Martinshöhe.
Wenn in der Weihnachtszeit die Backstube Grundschülern gehört, dann haben sie den Himmel auf Erden. So geschehen jetzt in der Bäckerei Sprengard in Martinshöhe. FOTO: Norbert Schwarz
Martinshöhe. Die Klasse 2d der Bruchmühlbach-Miesauer Grundschule durfte bei der Bäckerei Sprengard mitwirken. Von Norbert Schwarz

(cos) Fünfzehn Grundschüler aus der Klasse 2d der Grundschul-Außenstelle Bruchmühlbach-Miesau durften jetzt in der Bäckerei Sprengard zusammen mit ihrer Lehrerin Kathrin Kohl für zwei Stunden Weihnachtsbäcker sein. Das Eintauchen in die Berufswelt der Erwachsenen meisterten sie mit Leib und Seele und erlebten, dass das berufliche Kurzerlebnis oft kein Honigschlecken oder, wie in der Martinshöher Bäckerei an diesem Vormittag, eines von Schneeschaum und Weihnachtsgebäck ist.

Wir könnten in der Vorweihnachtszeit einer Bäckerei einen Besuch abstatten. Dieser Elterngedanke fiel bei der aus Zweibrücken kommenden Klassenlehrerin aus der 2d ohne Überlegen auf fruchtbaren Boden. Die Genehmigung der Schulleitung war schnell eingeholt. Mütter boten sich an, den Kontakt zur Bäckerei Sprengard herzustellen. Trotz vieler Tagesarbeit und der Herausforderung, jede Menge Nachschub an Weihnachtsgebäck zu schaffen, wurde der Kinderwunsch nicht abgeschlagen. Im Gegenteil, Juniorchef Daniel Sprengard und Seniorchef Karl freuten sich darauf, die Rasselbande mit den Geheimnissen des Weihnachtsbackens vertraut zu machen. Deshalb stand beim Bäckereibesuch zunächst ein Rundgang durch die Großbäckerei an, zeigte Karl Sprengard den Kindern selbst, wie eine Teigmaschine funktioniert, welche Abläufe täglich durchlaufen werden, damit morgens die Kleinen auf dem Frühstückstisch frisches Brot oder Brötchen haben. Es war kein erstmaliger Besuch von Kindern oder Schülern in der geräumigen Backstube mit den vielen Geräten und dem Backofen, der mit dem aus den Anfangsjahren der Bäckerei nicht mehr zu vergleichen sei, wie Karl Sprengard den kleinen Zuhörern erklärte. Wie aus Milch, Mehl und Hefe, bisweilen auch Eiern der Grundstoff für die Backwaren hergestellt wird, bekamen alle anschaulich demonstriert und durften selbst ihre Fingerfertigkeit unter Beweis stellen. Ausgestattet mit Schürzen oder längeren T-Shirts, um die Schulkleidung zu schützen, bezogen sie an den Backtischen Stellung, welche die beiden Handwerksmeister zuvor mit Mehl bestäubt hatten. Für jeden gab es eine Teigportion und dann galt es, Brezeln zu formen. Die Freude darüber war riesig und nur damit zu überbieten, dass das Naschen von süßem Eiweißschaum, mit dem die Hexenhäuschen aus Lebkuchen verziert oder kleine Naschsachen befestigt werden sollten, nicht sofort einen mahnenden Zwischenruf nach sich zogen. An Verziernachschub für die Hexenhäuschen mangelte es ebensowenig wie an dem für den Gaumen der Kinder. Die Sprengards hatten sich auf die Naschgelüste der Kinder eingestellt, für alle war es ein großartiges Weihnachtsbäcker-Erlebnis.