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Schritt Richtung Nationalpark

Börfink. Der Hochwald-Idarwald ist auf dem Weg zum möglichen Nationalpark einen Schritt weiter. Das Land Rheinland-Pfalz werde nächsten Mittwoch, 30. Mai, offiziell mit der Region "engere Verhandlungen" aufnehmen, sagte der Birkenfelder Landrat Matthias Schneider am Freitag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa Von dpa-Mitarbeiterin Birgit Reichert

Börfink. Der Hochwald-Idarwald ist auf dem Weg zum möglichen Nationalpark einen Schritt weiter. Das Land Rheinland-Pfalz werde nächsten Mittwoch, 30. Mai, offiziell mit der Region "engere Verhandlungen" aufnehmen, sagte der Birkenfelder Landrat Matthias Schneider am Freitag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Der Hochwald im Südwesten des Hunsrücks sei die erste Region, die in engere Verhandlungen mit dem Land trete. "Da sind wir ein Stück stolz drauf." Eine Entscheidung werde aber noch nicht getroffen. Zuvor müssten 20 bis 24 Ortsgemeinden, die von einem Nationalpark betroffen seien, in ihren Räten über das Projekt abstimmen, sagte Matthias Schneider."Wir wollen nichts über Köpfe hinweg entscheiden", sagte der Landrat. Die Verhandlungsphase mit dem Land sei für das nächste halbe Jahr geplant. Die rheinland-pfälzische Landesregierung sucht derzeit eine geeignete Fläche für einen ersten Nationalpark. In der engeren Wahl stehen neben dem Hochwald-Idarwald der Saargau-Hochwald, Soon- und Pfälzerwald sowie - rein theoretisch - der Truppenübungsplatz Baumholder. Die letztgenannte Option wird derzeit jedoch nicht verfolgt. Das Umweltministerium hatte sich bislang zu einer engeren Auswahl nicht geäußert und auf einen Termin mit Ministerin Ulrike Höfken (Grüne) am kommenden Mittwoch in Börfink im Hochwald verwiesen.

Der Hoch- und Idarwald ist das höchstgelegene Waldgebiet in Rheinland-Pfalz. Im Fokus eines Nationalparks Hochwald-Idarwald stehe die "Kelten-Variante", die auch einen kleinen Teil des Saarlands einschließe, sagte Schneider. Sie reiche von Otzenhausen im Westen bis Kempfeld im Osten, Birkenfeld im Süden und der Grenze des Kreises Bernkastel-Wittlich im Norden.

Kritik aus der Holzindustrie wies Matthias Schneider zurück: "Wir haben 30 Jahre Zeit, um in einem Nationalpark den Endzustand vorzubereiten." In jener Zeit könne man "sehr wohl den allergrößten Teil der Bäume noch aus den Wäldern holen".



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"Da sind wir ein Stück stolz drauf."

Landrat Birkenfeld

Matthias Schneider