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Schicksalstag für die GBI

Südwestpfalz. Droht der GBI das endgültige Aus? Heute treffen sich die GBI-Gesellschafter, nachdem der Prüfbericht der Rechnungsprüfungsämter des Landkreises und der Städte Zweibrücken und Pirmasens vorliegt, um über die Zukunft der Gesellschaft für Beschäftigung, Qualifizierung und Integration (GBI) mit ihren 82 Arbeitsplätzen zu entscheiden Von Merkur-Mitarbeiter Guido Glöckner

Südwestpfalz. Droht der GBI das endgültige Aus? Heute treffen sich die GBI-Gesellschafter, nachdem der Prüfbericht der Rechnungsprüfungsämter des Landkreises und der Städte Zweibrücken und Pirmasens vorliegt, um über die Zukunft der Gesellschaft für Beschäftigung, Qualifizierung und Integration (GBI) mit ihren 82 Arbeitsplätzen zu entscheiden. Nachdem die Gesellschaft sich nicht mehr an den Projektausschreibungen des Europäischen Sozialfonds - die Frist endete am 29. August - beteiligt hat, wird über die GBI-Auflösung spekuliert. Deren Aufsichtsratsvorsitzender Ernst Hügel, erster Beigeordneter des Landkreises, will darin allerdings keinen Fingerzeig für ein GBI-Ende sehen.Eines scheint klar: Für die GBI stehen Schicksalstage bevor, denn eine Bestandsgarantie konnte Hügel auch nicht geben. Die Zukunft der Gesellschaft hängt allein von der Einschätzung der verbliebenen Gesellschafter - Landkreis, Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, Stadt Pirmasens und DRK-Kreisverband Südwestpfalz - ab, ob sich die GBI wirtschaftlich führen lässt. Entscheidend ist allerdings auch, ob alle Gesellschafter dabei bleiben, denn weder der Landkreis noch die Stadt Pirmasens als die beiden "großen" Gesellschafter können alleine die GBI fortführen - nur gemeinsam ist ein wirtschaftlicher Betrieb möglich.

Nach den im Frühjahr aufgedeckten Fehlbuchungen, die den beiden Städten und dem Landkreis Gewinneinbußen beziehungsweise deutlich höhere Verluste bescherten, war von den Gesellschaftern vereinbart worden, dass die drei Rechnungsprüfungsämter gemeinsam die drei Profitcenter prüfen sollen. Denn der Landkreis und die beiden Städte haben jeweils ein Profitcenter, für dessen eventuelle Verluste sie alleine gerade stehen müssen. Das Prüfungsergebnis liege seit einigen Tagen vor, bestätigte Hügel unserer Zeitung, die darin enthaltenen Ergebnisse werden heute von den Gesellschaftern diskutiert. Die Stadt Zweibrücken ist nach einem Stadtratsbeschluss vom Juni schon ausgestiegen, für Pirmasens und den Landkreis geht es darum, die Konsequenzen aus den Vorfällen zu ziehen und sich zu den GBI-Zukunftschancen zu äußern. Das letzte Wort haben übrigens die Kommunalparlamente, im Landkreis wird der Kreistag am 24. September entscheiden, wohin der Weg der Beschäftigungsgesellschaft gehen soll.

Weil die Zukunft nicht sicher ist, habe sich die GBI bis zum 29. August nicht um neue Projekte, die vom Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert werden, beworben, begründete der Aufsichtsratsvorsitzende dieses Vorgehen, das nun schon als Hinweis auf die drohende GBI-Auflösung gewertet wird. So könne dieser Schritt nicht gewertet werden, wehrt sich der erste Kreisbeigeordnete: "Das ist noch kein Fingerzeig." Sollten sich nämlich Pirmasens und Landkreis heute entschließen, der Gesellschaft weiterhin eine Chance zu geben, ist er überzeugt, auch nachträglich noch Bewerbungen abgeben und Projekte an Land holen zu können. Allerdings verhehlt Hügel auch nicht, dass das Betätigungsfeld der GBI im Landkreis immer kleiner werde. Aktuell sind es gerade noch vier Projekte, die von der GBI für den Landkreis betreut werden.



Für die verbliebenen 82 GBI-Mitarbeiter ist die Situation momentan nicht leicht, denn nach wie vor haben sie keine Gewissheit, was die Zukunft des Unternehmens - und damit auch ihre - angeht.

Dazu ist die Beschäftigungsgesellschaft auch seit Monaten führungslos, weil Geschäftsführerin Petra Backes erkrankt ist. Ihr Fünf-Jahres-Vertrag läuft Ende 2012 aus und soll nicht verlängert werden - egal wie es weitergeht. Foto: pma