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Dorfmitte Martinshöhe
Sanierung aus Kostengründen abgesagt

Martinshöhe. Der kirchseitige Teil der Dorfmitte von Martinshöhe bleibt bis auf weiteres, wie er ist. Von Norbert Schwarz

(cos) Die Martinshöher Dorfmitte bei Kirche, Rathaus und neuem Dorfplatz sollte baulich umgestaltet und städtebaulich aufgewertet werden. Derweil beim neuen Dorfplatz eine moderne, helle, gläserne Unterstellmöglichkeit für die Nutzer der ÖPNV-Linien besteht, befindet sich gegenüber ein „Wartehäuschen aus „Fertigbeton“. Doch daran wird sich wohl auf kurze Zeit hin nichts ändern, denn mehrheitlich wurde jetzt im Martinshöher Ortsgemeinderat Beschluss darüber gefasst, das die Ausschreibung aufgehoben wird, weil das Projekt nicht finanziert ist.

364 000 Euro sollte die Maßnahme in der Dorfmitte teuer werden. Neben einer passenden Unterstellmöglichkeit sollten auch die Parkplätze vor Rathaus und Kirche erneuert werden. Gespräche mit der katholischen Kirchengemeinde waren geführt, doch vorerst bleib, wie schon erwähnt alles beim Alten. Ortsbürgermeister Hartwig Schneider: „Wir können uns das finanziell einfach nicht leisten, Zuschüsse des Landes hin oder her. Die Kosten sind nicht allein aus meiner Einschätzung viel zu hoch. Jeder weiß, dass in der Bauindustrie die Auftragsbücher voll bis oben hin sind, das gilt in gleichem Umfang auch die für Straßenbauer und ähnliche Projekte, wie jetzt unser Vorhaben für die Dorfmitte sehr zeigt.“

Andere Hochborde, behindertengerechter Ausbau, roter Asphaltbelag für die L 465 zwischen Rathausseite und dem neuen Dorfplatz: Keine Frage, die vielbefahrene Landstraße hätte, so umgestaltet, auch für den Fußgänger mit Sicherheit ein Stück mehr Verkehrssicherheit ergeben. In einem Bereich der, wie sich aus den Diskussionen im Rat ergab, schätzungsweise 500 Quadratmeter groß ist. Doch eine Kostensteigerung ums Doppelte, das wollten die Mehrheit der Ratsmitglieder einfach nicht mittragen. Von 180 000 Euro waren die Gemeindeverantwortlichen samt Ratsmitglieder bei der ursprünglichen Zustimmung zum Projekt ausgegangen. Nunmehr ermittelte die Verbandsgemeindeverwaltung Bruchmühlbach-Miesau eine Angebotssumme von 364 000 Euro beim billigsten Bieter. Beim Höchstangebot war sogar ein Preis von 483 000 Euro für die Arbeiten genannt worden.



Martin Rummler, verantwortlicher Leiter des Fachbereichs Bauen bei der Verbandsgemeindeverwaltung erläuterte die Kostenexplosion, soweit es ihm möglich war. Die Kostenschätzung habe Mängel aufgezeigt, sei sehr unfachmännisch gewesen. Manche Dinge aus der Planung seien einfach bei der Kostenschätzung nicht berücksichtigt worden. Auch die Schätzung für die Pflastermenge habe Lücken aufgewiesen, was nunmehr zu einer Kostensteigerung bei der Ausschreibung geführt habe. Weitere Details wollte der Verantwortliche in der Öffentlichkeit nicht vortragen, die Ratsmitglieder erfuhren darüber im nichtöffentlichen Sitzungsteil. Allerdings, wie Rummler im Rat vortrug, sei wohl eine höhere Förderung des Vorhabens bei einer Neubeantragung zu erwarten.

Diesmal soll ein Förderantrag aus dem Investitionsstock beantragt werden. Mit 163 000 Euro rechnet die Verwaltung. Der Kostenanteil des Landesbetriebs Mobiliät in Kaiserslautern (Fahrbahn L 465) beläuft sich auf rund 51 000 Euro. Für die neue Unterstellmöglichkeit der Busreisenden (Wartehäuschen) kann mit einem Zuschuss in Höhe von 31 000 Euro gerechnet werden. Für die Gemeinde blieben dennoch fast 120 000 Euro als Kosten übrig. Im laufenden Haushalt sind dafür allerdings nur 89 000 Euro veranschlagt. „Da ist jeder von uns blass geworden als er die zahlen hörte“, merkte Ortsbürgermeister Schneider an. Für die SPD-Fraktion erklärte Oskar Hemmer, das Projekt sei noch unter der Amtszeit von Barbara Schommer auf den Weg gebracht worden, daher wolle man es weiterverfolgen.

Derweil sich die SPD-Fraktion mit drei Stimmen gegen die Aufhebung des Projektes aussprach, wurde der notwendig Beschluss zur Aufhebung mit Stimmenmehrheit von den Mitgliedern der Wählergruppe Haack gefasst.