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Romantik mit Sopran, Klarinette und Klavier in der Zwinglikirche

Niederauerbach. Leichthin begann gestern das Ostermontags-Matineekonzert in der Niederauerbacher Zwinglikirche mit Hugo Wolf, schwärmerisch beinahe, mit zwei Stücken aus dem "Italienischen Liederbuch": Sabine von Blohn vom Saarländischen Staatstheater singt hier nicht nur herzerfrischend, sie geht auch gestisch ein wenig voran

Niederauerbach. Leichthin begann gestern das Ostermontags-Matineekonzert in der Niederauerbacher Zwinglikirche mit Hugo Wolf, schwärmerisch beinahe, mit zwei Stücken aus dem "Italienischen Liederbuch": Sabine von Blohn vom Saarländischen Staatstheater singt hier nicht nur herzerfrischend, sie geht auch gestisch ein wenig voran. Während sie sich in den ernsteren Liedern ganz dem Singen hingibt.Sabine von Blohns Stimme ist tadelsfrei, mit viel Ausdruck, Koloraturen gelingen bestechend. An erster Stelle ist die weithin bekannte Schlusskantate von Franz Schubert zu nennen, "Der Hirt auf dem Felsen": Lyrisch poetisch bis dramatisch die Musik mit einer Vielzahl schönster Melodien, Sopran Klarinette und Klavier in feinstem Zusammenklang, das Klavier eher begleitend, erst erklingt die Klarinette nur in den Gesangspausen, dann im Duett, Wehmut, Freudeerwachen, Einsamkeit und fromme Ahnung, und in der Stretta (Schlussgesang) wunderbarste Koloraturen. Die Sopranistin trinkt zwischen den einzelnen Vorträgen aus einer Thermosflasche, es muss ein Zaubertrank gewesen sein!

Dietrich Fritsche, Soloklarinettist beim Saarländischen Rundfunk, zeigt sich in bester Verfassung, ein Virtuose und Routinier zugleich.

Und schließlich Helmut Hofmann am Klavier, Lehrer an der Zweibrücker Musikschule Kern, sicher und sehr beeindruckend. Überaus eindringlich das "Intermezzo op. 117,1" von Johannes Brahms. "Wiegenlieder meiner Schmerzen" hat er die drei Intermezzi 117 genannt.



Gesanglich bezaubernd die Schumannsche "Mondnacht". Ludwig Spohr fällt im Konzert durch beinahe volkstümliche Klänge aus, man sucht den tieferen Sinn. Richard Strauss mit seinem bekannten "Habe Dank aus seiner Zueignung" besticht mal wieder rundum, es zählt zu den geflügelten Worten der Musik. Und noch viel mehr Schönes gab's zu hören. Bravo!

In Zusammenarbeit mit der Musikschule Kern entstand so ein wunderschöner Ostermontagvormittag. Bald 100 Zuhörer ließen sich begeistern. fro

musikschule-kern.de