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Rockerchef-Prozess: Staatsanwaltschaft legt Revision ein

Frankenthal. Nach der Verurteilung eines Landauer Rockerchefs zu einer Bewährungsstrafe wegen Waffen- und Drogenbesitzes will die Staatsanwaltschaft Revision einlegen. Das sagte ein Sprecher der Anklagebehörde in Frankenthal gestern. dpa



Das Landgericht Frankenthal hatte den 48-jährigen Chef des Landauer "Gremium"-Ablegers am Montag zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt und damit der Forderung seines Anwalts entsprochen. Die Richter hatten ihre Entscheidung mit Zweifeln an der Aussage eines Kronzeugen begründet, den sie - wie der Anwalt - für nicht überzeugend hielten. Die Staatsanwältin hatte dagegen viereinhalb Jahre Haft gefordert, unter anderem wegen Waffenbesitzes, Körperverletzung und Drogenhandels in großem Stil. Ausschlaggebend für die Anklage waren die Aussagen des Kronzeugen gewesen (wir berichteten).

Die Revision werde zunächst eingelegt, um die gesetzliche Frist zu wahren, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Unabhängig davon sei die Anklagebehörde aber der Ansicht, dass der 48-Jährige durchaus auch wegen anderer Anklagepunkte hätte verurteilt werden sollen. Sobald das schriftliche Urteil vorliegt, will die Behörde prüfen, ob sie an der Revision festhält. Falls sie dabei bleibt, muss der Bundesgerichtshof prüfen, ob das Urteil rechtsfehlerfrei ist.