| 00:15 Uhr

Politik
Riesige Elektroauto-Fabrik geplant: Baut Tesla in Rheinland-Pfalz?

Der US-Elektroautobauer sucht einen Standort in Europa, Deutschland sei "die beste Wahl". Im Südwesten der Republik wirbt man nun um die Gunst von Elon Musk.
Der US-Elektroautobauer sucht einen Standort in Europa, Deutschland sei "die beste Wahl". Im Südwesten der Republik wirbt man nun um die Gunst von Elon Musk. FOTO: dpa / Andrej Sokolow
Mainz/Prüm/Zweibrücken. Die Autobranche steht unter Strom. Dutzende neue Elektromodelle sind in Arbeit. Für ihren Bau werden Fabriken gebraucht. Und Werke, die Akkus produzieren. Vielleicht in der Region.

 (dpa/ek/red) Der Elektroauto-Pionier Tesla hat zwar Produktionsprobleme und steckt tief in den roten Zahlen – das hält den schillernden Firmenchef Elon Musk aber nicht von großen Expansionsplänen ab. Obwohl Teslas US-Werke derzeit Großbaustellen sind, will der umtriebige Tech-Milliardär Batterie- und Autofabriken in Asien und Europa hochziehen. Deutschland sei „die bevorzugte Wahl für Europa“, twitterte Musk. Bei seiner Suche nach einem Standort hat Tesla  auch Rheinland-Pfalz im Blick. Der US-Konzern habe in Deutschland entsprechende Gespräche mit zwei Bundesländern über eine „Giga-Fabrik“ zum Bau von E-Autos und Batterien unter einem Dach geführt, berichtete die Wirtschaftszeitung „The Wall Street Journal“.

Rheinland-Pfalz bestätigte gestern sein Interesse an dem Tesla-Werk. „Selbstverständlich ist das Wirtschaftsministerium mit dem Unternehmen in einem guten Austausch“, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums auf Anfrage. „Tesla hat mit Tesla Grohmann einen Standort in Rheinland-Pfalz.“ Informationen zu Unternehmen würden aber grundsätzlich vertraulich behandelt.

Tesla äußerte sich zu Gesprächen mit potenziellen Partnern in Europa nicht. Das Saarland signalisierte bereits im Juni öffentlich Interesse als Standort für Tesla, auch Zweibrückens Nachbarstadt Homburg hatte sich interessiert gezeigt. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU)  und seine Stellvertreterin, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD), warben per Brief an Musk für ihr Land als Standort einer Fabrik. Und sie hätten Antwort bekommen, hieß es gestern in der Staatskanzlei Saarbrücken: „Das Angebot wurde von Tesla aufgegriffen und man zeigt sich dort gesprächsbereit.“ Nordrhein-Westfalen bekundet ebenfalls Interesse. Auch ein Standort in den Niederlanden – hier hat Tesla seinen Europa-Sitz – ist im Gespräch (wir berichteten gestern). Musk hatte bereits im Juni auf Twitter geschrieben, Deutschland sei eine „führende Wahl“ in Europa. Die deutsch-französische Grenze mit ihrer Nähe zu den Benelux-Ländern könne sinnvoll sein, erklärte er. Ein Standort in Rheinland-Pfalz oder im Saarland würde naheliegen – wegen der günstigen Lage zum wichtigen Absatzmarkt Frankreich.



Die Stadt Zweibrücken und der Zweckverband Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken haben auf Anfrage des Merkur bereits abgewunken: Für eine Tesla-Ansiedlung habe man keine ausreichend großen Freiflächen (wir berichteten am 5. Juli). Auch der Flughafeneigentümer Triwo aus Trier erklärte gestern auf Nachfrage, es bestehe kein Kontakt mit dem US-Unternehmen – auch nicht bezüglich anderer Triwo-Standorte in Rheinland-Pfalz.