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Regisseur Wedel sieht Parallelen zur Weimarer Republik

Worms/Mannheim. Dieter Wedel (69), Intendant der Wormser Nibelungen-Festspiele, blickt einem Medienbericht zufolge pessimistisch in die Zukunft. "Die Parallelen zur Weimarer Republik scheinen mir unübersehbar", sagte der Regisseur dem "Mannheimer Morgen" (Donnerstag)

Worms/Mannheim. Dieter Wedel (69), Intendant der Wormser Nibelungen-Festspiele, blickt einem Medienbericht zufolge pessimistisch in die Zukunft. "Die Parallelen zur Weimarer Republik scheinen mir unübersehbar", sagte der Regisseur dem "Mannheimer Morgen" (Donnerstag). "Auch damals brach zuerst das Bankensystem zusammen, dann stieg die Arbeitslosigkeit, dann brachen die Demokratien auseinander. Den Rest kennen wir ja." Einen Ausweg aus der Krise sehe er nicht. "Wenn ich Lösungsvorschläge hätte, wäre ich schon längst Berater von Frau Merkel", sagte der Regisseur.Früher habe er in seinen Filmen häufig den Sozialismus kritisiert, nun fahre auch der Kapitalismus gegen die Wand, und die großartigste Errungenschaft der Bundesrepublik, die Soziale Marktwirtschaft, sei gefährdet. Aber Theater sei keine Volkshochschule. "Unsere Aufgabe ist es, Probleme zu diagnostizieren, das darf dann auch mal provozieren, aber vor allen Dingen muss es gut unterhalten", sagte Wedel, dessen Festspiele in diesem Jahr am 3. August beginnen.

Auf dem Programm der Aufführungen am Wormser Dom steht das Stück "Das Vermögen des Herrn Süß", in dem es um Ausgrenzung und Fremdenhass gehen soll. dpa

Foto: Hiekel/dpa