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Razzia in der Fußball-Hooligan-Szene

 Zu den sichergestellten Gegenständen gehörten solche Sturmhauben und Schreckschusspistolen. Foto: von Erichsen/dpa
Zu den sichergestellten Gegenständen gehörten solche Sturmhauben und Schreckschusspistolen. Foto: von Erichsen/dpa
Mainz. Bei einer Razzia in der Fußball-Hooligan-Szene des 1. FC Kaiserslautern hat die Polizei 17 Wohnungen junger Männer durchsucht. Hintergrund sei der geplante Überfall von Kaiserslauterer "Junghooligans" und "Ultras" auf heimkehrende Mainzer Fans am 18. März, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern in Mainz mit

Mainz. Bei einer Razzia in der Fußball-Hooligan-Szene des 1. FC Kaiserslautern hat die Polizei 17 Wohnungen junger Männer durchsucht. Hintergrund sei der geplante Überfall von Kaiserslauterer "Junghooligans" und "Ultras" auf heimkehrende Mainzer Fans am 18. März, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern in Mainz mit. An den Tumulten seien rund 100 Menschen beteiligt gewesen, mehrere Fans des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 wurden verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten, schweren Raubes. Die Angreifer hätten Banner und Fahnen erbeuten wollen.Beamte seien gestern am frühen Morgen mit Durchsuchungsbeschlüssen unter anderem in Neustadt/Weinstraße, Ludwigshafen, Alzey, Mainz, Wörrstadt und Schiffweiler im Saarland aufgetaucht. Bei den 17 Beschuldigten im Alter zwischen 19 und 27 Jahren fanden sie neben Mainzer Fan-Utensilien auch Schreckschusswaffen, Schlagstöcke, Messer und Sturmhauben. Die Ermittler beschlagnahmten mehrere Computer und Mobiltelefone. Die mutmaßlichen Angreifer seien erkennungsdienstlich behandelt worden, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Nach einem Polizeibericht vom März war eine Gruppe von Mainzer Ultras unmittelbar nach der Rückkehr vom Auswärtsspiel beim FC Augsburg (1:2) auf dem Parkplatz des Bruchwegstadions mit Dachlatten, Schraubenschlüsseln und anderen Schlagwerkzeugen angegriffen worden. Als die Polizei eintraf, flüchteten die Angreifer in unbekannte Richtung. Bereits beim Rheinland-Pfalz-Fußballderby zwischen den beiden Erzrivalen 1. FC Kaiserslautern und den 05ern wenige Wochen zuvor in Mainz hatte es eine Vielzahl von Straftaten gegeben. Eine Ermittlungsgruppe der Polizei habe nach den Tumulten Mitte März Spuren ausgewertet und rund 90 Beteiligte vernommen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dies habe die Fahnder auf die Spur der 17 Beschuldigten gebracht. dpa