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Pusten gegen die Unfallgefahr

Die neuen Alkotester haben mit einem solchen Gerät (unser Foto) wenig gemein und sind laut ADAC äußerst ungenau. Foto: dpa
Die neuen Alkotester haben mit einem solchen Gerät (unser Foto) wenig gemein und sind laut ADAC äußerst ungenau. Foto: dpa
Metz. Schluss mit lustig: Frankreich hat dem Alkohol im Straßenverkehr den Kampf angesagt und ein ganzes Paket von Maßnahmen geschnürt und auf den Weg gebracht. Dieses Paket soll nach dem Willen der französischen Regierung der Trunkenheit am Steuer Einhalt gebieten. Unter anderem muss jeder Autofahrer ab dem 1. Juli ein funktionstüchtiges Alkohol-Testgerät mit sich führen Von Merkur-Mitarbeiter Thorsten Grim

Metz. Schluss mit lustig: Frankreich hat dem Alkohol im Straßenverkehr den Kampf angesagt und ein ganzes Paket von Maßnahmen geschnürt und auf den Weg gebracht. Dieses Paket soll nach dem Willen der französischen Regierung der Trunkenheit am Steuer Einhalt gebieten. Unter anderem muss jeder Autofahrer ab dem 1. Juli ein funktionstüchtiges Alkohol-Testgerät mit sich führen. Das betrifft auch viele Menschen aus der Region, die gerne mal auf einen Sprung beim Nachbarn vorbeischauen - beispielsweise um günstig zu tanken oder einzukaufen."In Frankreich passieren sehr viele Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss", erklärt ADAC-Verkehrsexperte Klaus Hardt den Grund für die kommende Mitführpflicht des Testgeräts. "Prozentual gesehen liegen die Unfallzahlen deutlich höher als bei uns." Bei mehr als 30 Prozent der tödlichen Unfälle in Frankreich sei Alkohol im Spiel - in Deutschland sei dies bei weniger als zehn Prozent der Fall.

Für die meisten Schritte der Franzosen gegen Trunkenheitsfahrten hat Hardt vollstes Verständnis. Beispielsweise für das Erhöhen des Kontrolldrucks, das Verstärken der Verkehrsüberwachung oder das Drehen an der Bußgeldschraube - den Alkotester selbst erachtet der ADAC-Experte als wenig geeignet, um positiv ins Verkehrsgeschehen eingreifen zu können. Nichtsdestotrotz muss jeder, der nach Frankreich fährt, künftig einen an Bord haben.

Der ADAC Saarland hatte kürzlich für seine Mitglieder 1500 Alkotester geordert. Die Geräte waren allerdings im Handumdrehen vergriffen. Neue Geräte können derzeit nicht geliefert werden, da die Nachfrage innerhalb unseres Nachbarlandes momentan so hoch ist, dass nahezu keine in den Export gehen.



Die Alkotester, die zwischen 1,50 und fünf Euro kosten, liefern allerdings ungenaue Messergebnisse, sagt ADAC-Mann Hardt: "Die Geräte sind nicht nach unseren deutschen Vorschriften geeicht. Wir haben sie getestet und festgestellt, dass sie sehr ungenau sind und keine exakten Werte wiedergeben." In der überwiegenden Zahl der Versuche hätten die Alkoholtester laut Hardt einen Wert von 0,5 Promille angezeigt - unabhängig davon, wieviel Alkohol die Probanden tatsächlich getrunken hatten. Hardt weist außerdem darauf hin, dass die Röhrchen ein Verfallsdatum haben: "Die unbenutzten Testgeräte sind lediglich zwei Jahre haltbar, dann müssen sie ausgetauscht werden." Wer öfter nach Frankreich fährt und nun denkt, dass er unbedingt solch ein Testgerät haben muss, dem rät Hardt zur Gelassenheit: "Die Termine sind so, dass jeder rechtzeitig zu seinem Teströhrchen kommen wird." Und selbst wer bis zum 1. Juli keines haben sollte, darf entspannt bleiben. Eine Geldbuße über elf Euro wird erst ab dem 1. November fällig.