| 23:46 Uhr

Prozess
Prozess gegen Geldvermittler wird wieder aufgerollt

Mainz/Koblenz. Schlappe für das Landgericht Mainz: Es muss das eingestellte Strafverfahren gegen einen einstigen Nürburgring-Finanzvermittler wieder aufrollen. Das teilte das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz am Dienstag mit – neun Jahre nach der spektakulär gescheiterten Finanzierung für den zu groß geratenen Freizeitpark an der Rennstrecke in der Eifel.

Das Landgericht Mainz hatte im Mai 2018 die Einstellung des Verfahrens beschlossen, weil es zu den zwei angeklagten mutmaßlichen Urkundenfälschungen im Ausland gekommen sei. Dort greife deutsches Recht nicht. Dagegen legte die Staatsanwaltschaft sofortige Beschwerde ein. Das OLG gab ihr statt. Ein erster gefälschter Scheck sei bei einer Bank in Mainz eingereicht worden. Damit sei dort ein Tatort begründet worden, argumentierte das OLG. Nach dem Platzen dieses Schecks sei es zwar nicht mehr zur Einreichung eines zweiten Schecks in Mainz gekommen. Maßgeblich sei jedoch, „dass nach der Vorstellung des Angeklagten sich die von der Tat ausgehende Gefahr gerade in Deutschland realisieren sollte“. Das OLG ergänzte: „Das Verfahren wird daher fortzusetzen sein.“ Das Landgericht Mainz rechnet nicht damit, dass das dieses noch der Fall sein wird.

(dpa)