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Prozess vor dem Saarbrücker Landgericht
Vater gesteht: Ehefrau mit Axt erschlagen

Saarbrücken. Von Wolfgang Ihl

Wegen Verdachts des Mordes an seiner Ehefrau muss sich seit gestern ein 40 Jahre alter Familienvater aus Bischmisheim vor dem Saarbrücker Landgericht verantworten. Der Mann soll seine sechs Jahre jüngere Frau am frühen Morgen des 28. Mai 2018 im Schlaf erschlagen haben, während sie im gemeinsamen Doppelbett lag. Mit einer Axt habe er einen gezielten Schlag gegen Hals und Kopf der Ehefrau geführt und diese damit sofort getötet. Währenddessen waren die fünf gemeinsamen Kinder im Haus.

Nach Erkenntnis der Strafverfolger hat es in der Beziehung des Paares schon längere Zeit Probleme gegeben. Zum Auftakt des Prozesses gab der 40-Jährige zu, dass er seine Frau erschlagen habe. Er habe dabei aber wegen psychischer Probleme, Schlafmangel und Medikamenten unter so akuten Wahnvorstellungen gelitten, dass er nicht gewusst habe, was er tat: „Ich habe die Axt in der Hand, und es ist passiert.“ Und weiter: „Ich werde mich ewig fragen, warum es passiert ist.“ Das Ehepaar hatte sich nach Aussage des Angeklagten schon in jungen Jahren kennen gelernt. Sie seien später ein Paar geworden und hätten fünf Kinder bekommen. Als die Kinder größer wurden und oft Termine außerhalb hatten, machte die Ehefrau den Führerschein.

Das scheint eine Art Knackpunkt im Leben des Paares gewesen zu sein. Denn der Fahrlehrer schien die junge Mutter zu faszinieren. Es gab deshalb Streit, auch über Nachrichten in sozialen Medien. Dort schrieb der Angeklagte beispielsweise sinngemäß: „Was macht Dein Verehrer für Dich? Er spricht schön.“ Und: „Was habe ich für Dich gemacht“: Kinder, Familie, Haus, Urlaub … Das Ganze ließ den Angeklagten nach eigener Aussage nicht mehr los. Es habe seine Depressionen verstärkt. Zuletzt habe er unter Halluzinationen gelitten und an Selbstmord gedacht. Besonders schlimm sei es in der Nacht vor der Tat gewesen: „Es fing an mit einem Horror-Albtraum.“ Seine Frau sei darin ein Dämon geworden, der ihn mit einer tödlichen Krankheit infizieren wollte. Nach der Tat habe er seine Frau zugedeckt und sei mit dem Auto weggefahren. Eine Mischung aus Angst, Trauer, Wut und Selbstmordgedanken habe in ihm getobt. In dieser Situation habe er dem Fahrlehrer mit dem Handy seiner toten Frau eine Nachricht geschickt: „Schachmatt. Arschloch.“ Warum er dies getan habe, das wisse er nicht.



Bei der Fahrt auf der Autobahn habe ihn ein Schüttelfrost gepackt und in die Realität zurückgeholt: Er habe seinen Vater angerufen und ihn gebeten, die Polizei nach Bischmisheim zu schicken. Anschließend sei er selbst zur nächsten Polizeiwache gefahren und habe die Tat gemeldet. Der Prozess wird fortgesetzt.