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Plädoyers in Rocker-Prozess erwartet

Kaiserslautern. Seit Anfang Juni muss sich ein Mitglied der Rockerbande Hells Angels wegen Mordes an einem Rivalen in Kaiserslautern vor Gericht verantworten, nun steuert der Prozess auf sein Ende zu. Kommenden Donnerstag soll auf Antrag der Angehörigen des Tatopfers noch ein Zeuge vernommen werden

Kaiserslautern. Seit Anfang Juni muss sich ein Mitglied der Rockerbande Hells Angels wegen Mordes an einem Rivalen in Kaiserslautern vor Gericht verantworten, nun steuert der Prozess auf sein Ende zu. Kommenden Donnerstag soll auf Antrag der Angehörigen des Tatopfers noch ein Zeuge vernommen werden. Danach könnten die Plädoyers von Nebenklage, Verteidigung und Staatsanwaltschaft folgen - falls die Nebenkläger nicht noch weitere Beweisanträge stellen.Der Tat fiel vor drei Jahren der 45-jährige Chef einer mit den Hells Angels konkurrierenden Bande zum Opfer, der Outlaws aus dem Donnersbergkreis. Als Nebenkläger nehmen seine Tochter und seine Eltern an dem Prozess teil. Sie haben sich von Beginn an einer Verkürzung des Verfahrens widersetzt, auf die sich Staatsanwaltschaft, Richter und Verteidigung eigentlich bereits geeinigt hatten.

Grundlage war das überraschende Geständnis, das der 30-Jährige zu Beginn ablegte. Er räumte mehrere tödliche Stiche ein, bestritt aber, sie geplant zu haben. Die Ankläger ließen danach erkennen, dass sie ihren Mordvorwurf voraussichtlich auf Totschlag abmildern werden.

Als Zeuge geladen ist nun für den nächsten Prozesstag der Notarzt, der das tödlich verletzte Opfer in der Tatnacht behandelte. Ob zudem ein weiterer Hells-Angels-Rocker geladen wird, der womöglich von der geplanten Tat wusste, soll noch entschieden werden. Das Urteil könnte dann am 17. Juli fallen.



Zwei weitere "Hells Angels"-Rocker waren wegen der Tat bereits im Mai 2010 vom Landgericht Kaiserslautern verurteilt worden. Sie erhielten unter anderem wegen Körperverletzung mit Todesfolge beziehungsweise wegen Beihilfe Haftstrafen von vier und siebeneinhalb Jahren (wir berichteten). dpa