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An Trockenheit angepasst
Pflanzen, die den Klimawandel mögen

Ein Rasen, der nicht mehr grün werden will, Gemüseerträge, die spärlicher werden und Blühpflanzen, die im Sommer immer mehr Wasser wollen: Der Klimawandel ist längst auch in den Gärten der Region angekommen. Von Sophia Schülke

Mit ein paar Maßnahmen können Hausbesitzer aber auf mildere Winter, heißere Sommer und längere Dürrezeiten reagieren.

Mit Pflanzen, die an Trockenheit und Wärme angepasst sind, ist bereits die bessere Wahl getroffen. Wenig Wasser verbrauchen beispielsweise Sukkulenten, Steppenkerze, Distelarten wie Mannstreu, aber auch Blauraute, Königskerze, Hechtrose, Alantarten und Kräuter wie Salbei und Thymian. Ein Beet mit robusten Rosen, begleitet von Lavendel, Bartblume, Akelei, Skabiose und Blutstorchschnabel benötigt auch nicht viel Wasser.

Enger wird es für Hortensien und Rhododendren, denn die beliebten Prachtblüher brauchen stets leicht feuchte Böden. Überhaupt sollte im an den Klimawandel angepassten Garten soviel Bodenfläche wie möglich unversiegelt sein. Denn mit beispielsweise Schotter abgedichtete Böden nehmen starke Regenfälle oder Hochwasser nicht nur extrem schlecht auf, sondern können auch keine hohen Temperaturen mildern.



Eine weitere Möglichkeit zur Anpassung wäre, den Garten, oder Teile davon, hügelig anzulegen oder umzugestalten. Denn in den Senken sammelt sich Wasser, das dort versickern und Pflanzen benetzen kann, zumal die Hügel den Wind abhalten und vor Austrocknung schützen. In den Senken kann dann auch Gemüse gepflanzt werden.

Als größere Schattenspender für trockene Standorte eignen sich hohe Gehölze wie Birken, Vogelbeeren und Feldahorn, aber auch Feigen, Zwetschgen oder Mandelbäume. Hecken aus Sanddorn, Ginster, Felsenbirne und Schlehe oder Wildrosen können darunter oder davor gepflanzt werden. Am nördlichen Ende des Gartens oder an der windzugewandten Seite gepflanzt, lässt sich mit einer solchen zweireihigen Kombination der Wind abhalten, und damit die Austrocknung im Garten minimieren. Ebenfalls gut für das Mikroklima sind Teiche, Tümpel oder ein Sumpfbeet, das mit gesammeltem Regenwasser konstant über ein Fallrohr mit Flüssigkeit versorgt werden kann.

Die meisten dieser Gestaltungsmöglichkeiten haben zudem den Vorteil, dass sie vogel- und insektenfreundliche Vegetation und Strukturen in den Garten bringen.