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Renommierter Komponist und Pianist
Heringers Kompositionen in der Landesbibliothek

Christof Heringer bei einem Konzert im Zweibrücker Stadtmuseum.
Christof Heringer bei einem Konzert im Zweibrücker Stadtmuseum. FOTO: Marco Wille; www.marcowille.de; / Marco Wille
Südwestpfalz. Die offizielle Übergabe findet während eines Jazzkonzertes am 19. Oktober in Speyer statt.

Die Pfälzische Landesbibliothek in Speyer nimmt das gesamte Kompositionswerk von Christof Heringer in ihren Bestand auf. Die offizielle Übergabe erfolgt am Freitag, 19. Oktober, bei einem Jazzkonzert mit dem Quintett Christof Heringer. Neben den Eigenkompositionen gehen auch zahlreiche Bearbeitungen aus Klassik, Rock, Pop und Jazz in den Bestand der Bibliothek über und werden damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Schon mit seinen ersten Banderfahrungen im Alter von 16 Jahren hat der gebürtige Niedersimter angefangen zu komponieren. Waren es Ende der 1970er Jahre eher Rockkompositionen, kamen in den 1980er und 1990 er Jahre immer mehr Stücke mit Soul- und Funk-Einflüssen dazu. 1984 gewann er mit der Band „Raggedy Ann“ einen Plattenvertrag, auf dem Bewerbungsdemo waren auch Kompositionen Heringers.

In dieser Zeit spielte er auch mit amerikanischen Musikern in amerikanischen Clubs. „Hier kam ich zum ersten Mal mit dem Jazz in Berührung“, berichtet der Musiker. Nach zwei Bigbandworkshops mit dem amerikanischen Posaunisten Jiggs Whigham gründete er 1994 sein erstes Jazztrio. Zum Anfangsrepertoire gehörten Standards aus dem „Realbook“. Mit der Zeit kamen dann auch hier eigene Jazzkompositionen hinzu.



1999 rief Heringer zusammen mit Matthias Wolf und Uli Gessner das Christof Heringer-Trio ins Leben. In den fast 20 Jahren der Zusammenarbeit haben die drei auch zwei CDs mit eigenen Jazzkompositionen eingespielt. Neben Dinnermusik und Konzerten mit Komponistenfeatures liegt der Schwerpunkt des Repertoires mittlerweile bei Kompositionen aus eigener Feder. Heringer: „Seit vielen Jahren spielen wir auch immer wieder gerne mit anderen Jazzmusikern aus der Region zusammen. Thomas Girard, Helmut Daisy Becker, Arnulf Ochs, Sebastian Degen und Max Pallmann sind gern gesehene musikalische Freunde und Wegbegleiter.“

Christof Heringer, Jahrgang 1961, erhielt seinen ersten Klavierunterricht im Alter von acht Jahren. Er studierte an der Pfälzischen Musikakademie Speyer (Klavier und Musiktheorie) und der Bundesakademie Trossingen (Elektronische Tasteninstrumente). Der Pianist, Komponist und Pädagoge erhielt 2011 für sein Jazzpianospiel die Auszeichnung „Coin of Excellence“.

Sein Klavierwerk wurde unter dem Titel „Short Pieces“ veröffentlicht. Seit 1986 ist er als Lehrer für Klavier, Elektronische Tasteninstrumente und Ensembles an der Musikschule des Landkreises Südwestpfalz tätig.

Unter dem Titel „Forum Claviarum“ brachte er 2013 eine CD heraus, welche die Klaviermusik Johann Sebastian Bachs und anderer klassischer Komponisten mit der Musik von zeitgenössischen Jazzkomponisten wie Miles Davis, Keith Jarrett, Dave Brubeck und Chick Corea vereint. Die CD enthält 21 Klaviertitel. Das Gesamtklavierwerk umfasst 64 Kompositionen und ist beim Label Chaos in Ludwigsburg erschienen.

2015 veröffentlichte er das „Pirmasenser Klavierbüchlein“, mit 22 Preludes für Klavier solo, eine Hommage an die Stadt Pirmasens und den Landkreis Südwestpfalz. Seinem Heimatort Niedersimten hat er die Felsalbtaler Stubenmusik gewidmet. Sie wurde am 25. August 2018 zusammen mit seinem Brüdern Sascha und Stefan Heringer in Niedersimten uraufgeführt