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Pfälzerwald-Verein Martinshöhe
Wanderung auf den Spuren von Fritz Claus

 Der Pfälzerwaldverein Martinshöhe taufte 2003 anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Vereins die Fritz-Claus-Hütte.
Der Pfälzerwaldverein Martinshöhe taufte 2003 anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Vereins die Fritz-Claus-Hütte. FOTO: Norbert Schwarz, Bildjournalist, / nos
Martinshöhe. Der Pfälzerwald-Verein Martinshöhe erinnert an den ehemalige Stadtpfarrer von Zweibrücken.

(red) Durch die idyllische Waldlandschaft zwischen der Fritz-Claus-Hütte des Pfälzerwald-Vereins Martinshöhe, der Tausendmühle und der Elendsklamm führt die nächste Wandertour des Pfälzerwald-Verein Battweiler. Ausgangspunkt der Wanderung am Sonntag, 13. Oktober, 10.30 Uhr, ist die Fritz-Claus-Hütte. In Battweiler treffen sich die Wanderfreunde um 10 Uhr am Karolinenhaus zur Abfahrt.

Die Hütte des PWV Martinshöhe mit ihrer besonders anziehenden Atmosphäre trägt den Namen einer der unvergessenen Gründungsväter der über 110 Jahre alten Wandervereinigung zwischen der Saarpfalz und dem Pfälzerwald. Fritz Claus, der ehemalige Stadtpfarrer von Zweibrücken, der als „Sänger des Pfäzerwaldes“ weithin bekannte Heimatdichter, war eine Pfälzer Frohnatur. Für einen Pfarrer in jener Zeit sicherlich kein einfach zu lebende innere Begabung, die er mit einem einmaligen Heimatgefühl nach außen trug. In keinem Personenstandsbuch ist die Geburt des ersten Ehrenmitgliedes des 1902 gegründeten Pfälzerwald-Vereins beurkundet. Trotzdem zählt Fritz Claus zu den populärsten Heimatdichtern der Pfalz. Das Licht der Welt erblickte er in Martinshöhe auf der Sickinger Höhe.

Wer seinen Geburtseintrag lesen möchte, der muss im Geburtsregister von Martinshöhe nach dem Namen Johann Martin Jäger suchen, denn Fritz Claus war sein Dichtername. Am 5. August 1853 wurde er in Martinshöhe im Kanton Homburg des Bezirksgerichtes Zweibrücken in der Pfalz des Königreichs Bayern geboren. Er war der Sohn des ehemaligen Dorfschullehrers Johann Jäger und seiner Ehefrau Anna Maria Würrer.



Die Freude am Gesang, der Naturschönheit seiner pfälzischen Heimat und die Verbundenheit mit der fröhlichen Pfälzer Lebensart haben sein dichterisches Schaffen bestimmt. Vor allem die Eigenheiten der Landschaft, das Volkstum und seine Wanderungen durch den Pfälzerwald prägen seine Gedichte. Die seit 1900 erschienene Gratisbeilage der Zweibrücker Volkszeitung „Der Pfälzerwald“ geht auf die Initiative von Fritz Claus zurück. Die Beilage der Zweibrücker Zeitung wurde ab 1903 offizielles Mitteilungsblatt des Pfälzerwald-Vereins, dessen Mitbegründer und lebenslanger Förderer er war und dem er auch seinen offiziellen Namen gab.

Zu seinen bekanntesten Werken zählt das Büchlein „Fröhliche Pfalz, Gott erhalt’s“ mit Gedichten und Sagen seiner geliebten Heimat. Die schönste Ausgabe dieser Veröffentlichungen soll 1909 im Verlag der Zweibrücker Volkszeitung erschienen sein. Als außergewöhnliches Bühnenwerk wird die Uraufführung des dramatischen Gedichtes „Die Martyrer“ 1902 im Stadttheater Zweibrücken genannt.

Kein Wunder, dass der Pfälzerwald-Verein Martinshöhe mit dem Bau seines Vereinsheimes Johann Martin Jäger ein Denkmal gesetzt hat. Diese aus mächtigen Baumstämmen gezimmerte Hütte wurde 2003 beim Jubiläum des Vereins vom Vorsitzenden Franz Stuppi auf den Namen Fritz-Claus-Hütte getauft. Die Hütte und vor allem die Wanderwege, die von diesem Wanderertreff ausgehen wie der „Sagenhafte Waldpfad“ und der „Schlapphutweg“ würden auch Fritz Claus erfreuen, denn schöne und gut markierte Wanderwege sind bis heute ein Schwerpunkt der Vereinsziele der Pfälzerwäldler.

 Johann Martin Jäger alias Fritz Claus, um 1895.  Foto: Repro/PM
Johann Martin Jäger alias Fritz Claus, um 1895. Foto: Repro/PM FOTO: Repro/PM