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Pauschale Rüge abgelehnt

 In Zweibrücken gebe es auch in Schulen Bemühungen, Behinderte zu integrieren, würdigt Gerd Kaufeld. Foto: dpa
In Zweibrücken gebe es auch in Schulen Bemühungen, Behinderte zu integrieren, würdigt Gerd Kaufeld. Foto: dpa
Zweibrücken. Es war eine schallende Ohrfeige, die die Vereinten Nationen der Bundesrepublik verpasste. Die Uno rügte, dass es in Deutschland gewaltige Versäumnisse im Umgang mit behinderten Kindern gebe. Nicht einmal jedes fünfte behinderte Kind gemeinsam mit nicht behinderten Altersgenossen zur Schule Von Merkur-Redakteur Mathias Schneck

Zweibrücken. Es war eine schallende Ohrfeige, die die Vereinten Nationen der Bundesrepublik verpasste. Die Uno rügte, dass es in Deutschland gewaltige Versäumnisse im Umgang mit behinderten Kindern gebe. Nicht einmal jedes fünfte behinderte Kind gemeinsam mit nicht behinderten Altersgenossen zur Schule. Dies widerspreche völlig dem Ansatz der Inklusion, wie er in einer UN-Konvention gefordert wird. Inklusion bedeute die Einbindung der Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft - von Kindesbeinen an. Der Pfälzische Merkur fragte Gerd Kaufeld, den Behindertenbeauftragten der Stadt, ob er diese Schelte auch für Zweibrücken für gerechtfertigt hält. Kaufeld erklärt, dass er diese heftige Kritik so nicht unterschreiben würde. "In Zweibrücken sind schon ganz klar Bemühungen zu erkennen, Behinderte bereits frühzeitig in das Leben mit Nicht-Behinderten zu integrieren." So gebe es zwei Kindergärten in mit integrativem Charakter: den Kindergarten in der Heiligentalstraße und das Haus Sonne. Daneben habe Zweibrücken zwei "Schwerpunktschulen", die behinderte Kinder in den Unterricht von nicht behinderten Kindern integrieren. Dabei handelt es sich um die Thomas-Mann-Schule und die Hauptschule Mitte. Zusätzlich gebe es die Sonderschule Canadaschule (Schwerpunkt sind hier lernbehinderte Kinder) und die private Mauritiusschule in Wattweiler, die Kinder mit körperlicher oder geistiger Behinderung unterrichtet. Auch in Sachen Barrierefreiheit sei einiges in der Stadt im Gange, lobt Kaufeld. Mithilfe des Konjunkturpakets II erhielten Canadaschule, Thomas-Mann-Schule und Hofenfels-Gymnasium Aufzüge, um körperlich Behinderten den Zugang zu erleichtern. An der Breitwiesenschule eine Rampe errichtet, um eine größere Barrierefreiheit zu erreichen. All diese Bemühungen zeigten, dass der Stadt daran gelegen sei, Behinderte und Nichtbehinderte besser zusammenzubringen, was dem Uno-Gedanken der Inklusion entspreche. Kaufeld möchte grundsätzlich der Uno-Schelte etwas die Schärfe nehmen. "In Deutschland ist die Uno-Resolution in Sachen Integration erst am 26. März 2009 in Kraft getreten." Das bedeute nicht mangelndes Interesse: "In Deutschland gab es etwa mit den Sonderkindergärten und den Sonderschulen schon immer besondere Bemühungen im Vergleich zu anderen Ländern, diese Integration voranzubringen."