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Neubaugebiet
Ökologische Bedenken gegen Neubaugebiet

Zwischen der Waldstraße oben und der Hauptstraße in Richtung Bechhofen unten möchte die Ortsgmeinde neues Bauland erschließen.
Zwischen der Waldstraße oben und der Hauptstraße in Richtung Bechhofen unten möchte die Ortsgmeinde neues Bauland erschließen. FOTO: Norbert Schwarz / nos
Lambsborn. Lambsborns Bürgermeister Rudi Molter hält die Argumente von BUND und Landesjagdverband aber nicht für stichhaltig. Von Norbert Schwarz

Das letzte Neubaugebiet in Lambsborn wurde vor gut drei Jahrzehnten geschaffen. Seit gut einem Jahrzehnt bereits laufen die Bemühungen, in Richtung Bechhofen hangseits, weiteres Bauland zu erschießen. Der Verfahrensweg ist alles andere als einfach. Doch bis zum Spätsommer soll ein Bebauungsplan vorliegen. Das Erschließen des Geländes wird einem Erschließungsträger übertragen. Beim Namen dessen, hüllt sich Bürgermeister Rudi Molter vorerst noch in Schweigen. „Erst muss einmal der Bebauungsplan auf den Tisch.“

Vom Luftschlösserbauen hält Rudi Molter nicht viel. Die Dinge behutsam, aber doch zielstrebig voranzutreiben, ist schon eher in seinem Sinn. „Es hilft uns doch überhaupt nicht weiter, wenn wir jetzt schon über den Erschließungsträger und ähnliche Dinge diskutieren und debattieren. Wichtig im Augenblick ist allein ein verbindlicher Bebauungsplan. Erst wenn uns dieser schwarz auf weiß vorliegt, können wir die Thematik ,Erschließung’ auf den Weg bringen. Das muss aber nicht heißen, dass wir bis dahin die Hände in den Schoß legen. Ganz im Gegenteil. Wir sind längst auf der Suche nach einem Erschließungsträger und Bodenvermarkter und nach Sachstand, läuft alles im Augenblick gut. Mit diesen Ergebnisse jetzt aber vor die Presse zu treten, wäre überhaupt nicht im Sinne der Beteiligten. Es gilt vielmehr die Losung, das Projekt wie bisher mit der notwendigen Zielstrebigkeit voranzutreiben. Dabei wissen nicht allein die Kommunalpolitiker, welche Schwierigkeiten heute bei jedem Verfahrensschritt auftauchen.“ Der Ortsbürgermeister denkt dabei nicht allein an die möglichen Unwegsamkeiten beim Bebauungsplan, sondern ebenso an die beim eigentlichen Erschließen des Gebietes, sprich die Wasserversorgung zu errichten, das Abwassersystem aufzubauen die Erschließungsstraßen mit Beleuchtung und Bürgersteig zu bauen. Und, das alles natürlich kostengünstig zu finanzieren. „Wir als Gemeinde können diese Aufgabe ja überhaupt nicht mehr übernehmen. Für Wasser und Kanal sind zwar die Verbandsgemeindewerke zuständig, doch selbst der Straßenbau und die Beleuchtung geht doch über die Finanzierungskräfte der Gemeinde hinaus. Da sind wir gezwungen uns einen Partner mit ins Boot zu holen“, erläutert Rudi Molter. Gespräche dieserhalb seien bereits geführt, Gedanken über eine Vermarktung schon angestellt und die Nachfrage von jungen Familien in Lambsborn ein Eigenheim zu errichten bestehe klar, versichert der Ortsbürgermeister.

Das Planungsbüro MWW aus Ramstein-Miesenbach ist damit beauftragt, den Bebauungsplan „Am Kirchberg“ zur Genehmigungsreife zu bringen. Eine frühzeitige Beteiligung der vielen Träger öffentlicher Belange habe stattgefunden und prompt seien auch die ersten Bedenken zum Bauland in diesem Gebietsbereich des Ortes an die Gemeinde herangetragen worden. Der BUND ist gegen die Baulandausweisung, weil dort ökologisch bedeutsame Flächen zerstört würden. Und der Landesjagdverband bricht eine Lanze für den Schwarzmilan und bringt in seiner Stellungnahme zum Ausdruck, dass dieser dort nistet. Beim Abwägen wurden diese Bedenken allerdings zurückgewiesen. Denn, die Gemeinde weist darauf hin, dass dieses Gelände noch innerhalb der Ortslage angesiedelt ist und von einem Zerstören ökologisch bedeutsamer Flächen überhaupt nicht die Rede sein könne. 16 Grundstücke können insgesamt erschlossen werden, die Bebauung soll jedoch in zwei Abschnitten erfolgen.



Insgesamt muss mit zehn Grundstückseigentümern verhandelt werden, doch auch diese Frage sei geklärt, so Rudi Molter, der davon überzeugt ist, dass bis spätestens zum Herbst hin der Bebauungsplan für die Genehmigung vorliegt. „Wir haben ja den Vorteil, dass wir das Gelände noch innerhalb unserer Ortslage erschließen. Das macht die Sache doch in vielen Punkten, so hoffen wir zumindest, einfacher.“ Bei der Größe der künftigen Baugrundstücke will man sich an den heutigen Interessen der Bauherrn orientieren. „Riesengroße Baugrundstücke war einmal. 500 Quadratmeter sind heute gängig, aber das sind wir ebenso wie mit den gestaltenden Vorschriften flexibel“, sagt der Ortsbürgermeister und ist guter Dinge.