| 22:20 Uhr

Nur vom Geschmack geleitet

Gitarrist Thomas Andelfinger - vertieft ins Spiel. Foto: Friedrich
Gitarrist Thomas Andelfinger - vertieft ins Spiel. Foto: Friedrich
Zweibrücken. "Jazz Downstairs" - so lautet der Titel einer Veranstaltungsreihe, die im Kulturkeller des städtischen Jugendzentrums zu allerlei Begegnungen mit einer dort ansonsten eher unüblichen Musikrichtung einlädt. "Der Kulturkeller eignet sich hierfür hervorragend", so Achim Bißbort im Gespräch mit dem Merkur Von Merkur-Mitarbeiter Klaus Friedrich

Zweibrücken. "Jazz Downstairs" - so lautet der Titel einer Veranstaltungsreihe, die im Kulturkeller des städtischen Jugendzentrums zu allerlei Begegnungen mit einer dort ansonsten eher unüblichen Musikrichtung einlädt. "Der Kulturkeller eignet sich hierfür hervorragend", so Achim Bißbort im Gespräch mit dem Merkur. Als Honorarkraft des Zweibrücker Jugendzentrums betreute der mittlerweile 26-jährige Musiker während seines Studiums diverse Bands und kam infolge dessen im vergangenen Jahr auf die Idee, "downstairs" - sprich: im Gewölbekeller des historischen Anwesens in der Maxstraße 18 - eine dem Jazz gewidmete Konzertreihe zu organisieren. Mit erfreulichem Zuspruch: So fand sich nach Bißborts Worten bereits zu den beiden ersten Live-Auftritten ein Publikum aus Zweibrücken und der näheren Region ein, das überaus interessiert und - auch was das Alter anbelangt - bunt gemischt war. Erwartungsfroh, bunt gemischt und für einen lauen Frühlingsabend erstaunlich zahlreich war das Publikum nun erneut, als die Reihe "Jazz Downstairs" am Samstag in die dritte Runde ging. Dabei konnten die Zuhörer mit der Formation Jazz'n ein Quartett erleben, dass mit sichtlicher Spielfreude und sicherer Hand eine ebenso unterhaltsame wie mitreißende Mischung aus Swing, Latin und Bebop, Bossanova, Funk und Fusion darbot. Mit dieser Mischung vermittelten die in der Südwestpfalz beheimateten Vollblutmusiker Thomas Andelfinger (Gitarre), Christoph Heber (Piano), Andreas Rauth (Schlagzeug) und Achim Bißbort (Bass) zugleich auf überzeugende Weise ihre Band-Philosophie: zu spielen, was gefällt, und sich nicht puristisch in eine Richtung zu bewegen. Genau jene stilübergreifende Vielfalt mache den besonderen Reiz der Formation aus, wie Christoph Heber im Vorfeld dieses Live-Konzerts gegenüber dem Merkur betonte, während Andreas Rauth erklärte, dass man das Bestreben habe, sich gemeinsam musikalisch weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund erwies sich eingespielte Improvisation als ein zentrales Thema des Zusammenspiels zwischen den vier Musikern von Jazz'n, die in Zweibrücken mehr als ein Dutzend Titel aus ihrem aktuellen Programm - darunter mit "Where are you?" ihr erstes eigenes Stück - präsentierten. Entlang individueller Interpretationen von Jazz-Klassikern wie "Blue Bossa" "Turnaround" oder "Road Song""konnten die Zuhörer bei all dem überzeugend arrangierte Stücke und einen entspannt-anregenden Abend in Keller-Club-Atmosphäre erleben.