| 00:28 Uhr

Niederauerbach gehen Märkte aus

Zweibrücken. Der Wasgau-Markt im Zentrum von Niederauerbach hat vor über zwei Jahren geschlossen, Aldi zog 2007 von der Gewerbestraße ins Hilgard-Center, der Edeka-Markt an der Gewerbestraße hat zum 31. Oktober gekündigt, der Lidl-Markt darf nicht größer werden und die Schließung droht. Es sieht schlecht aus mit dem Lebensmittelhandel im Stadtteil Niederauerbach Von Merkur-Mitarbeiter Fritz Schäfer

Zweibrücken. Der Wasgau-Markt im Zentrum von Niederauerbach hat vor über zwei Jahren geschlossen, Aldi zog 2007 von der Gewerbestraße ins Hilgard-Center, der Edeka-Markt an der Gewerbestraße hat zum 31. Oktober gekündigt, der Lidl-Markt darf nicht größer werden und die Schließung droht. Es sieht schlecht aus mit dem Lebensmittelhandel im Stadtteil Niederauerbach."Die Leute werden langsam sauer", sagt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Niederauerbacher Vereine, Thorsten Gries. Bei den Sitzungen des Zusammenschlusses der Niederauerbacher Vereinen werde das Thema immer heftiger diskutiert, schildert der SPD-Stadtrat die Situation. Vor allem ärgere es die Niederauerbacher, dass nichts passiert. Die Bevölkerung frage, warum es die Verwaltung zulässt, dass in dem Stadtteil mit 4500 Einwohnern der Lebensmittelmarkt aufgegeben wird. "Werden die Stadtteile in die dritte oder vierte Reihe abgeschoben?", fragt sich Gries.Der Arbeitsgemeinschafts-Vorsitzende erwähnt, dass es in Niederauerbach außer den genannten Märkten noch einen Penny-Markt und eine Bäckerei-Filiale gebe. Mit einer Metzgerei oder einer Bäckerei rechnet Gries nicht mehr. Auch nicht, dass in den früheren Wasgau-Markt noch mal ein Lebensmittelmarkt einzieht. "Schon bei der Schließung hat Wasgau gesagt, dass die 600 Quadratmeter zu klein sind."Deshalb wäre ein Edeka-Fachmarkt sehr wichtig. Dabei wünscht sich Gries, dass die städtische Wirtschaftsförderung die Bemühungen von Edeka unterstützt. Edeka-Südwest ist weiter in Verhandlungen mit dem Verwalter des Gebäudes, der Herkules GmbH. Dabei geht es um die Beseitigung von Mängeln im Gebäude. Der Inhaber Dieter Ernst hat im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur gesagt, dass er bereit sei, den Laden an der Gewerbestraße weiter zu betreiben. (wir berichteten).Auch beim Umzug von Lidl innerhalb des Gewerbegebiets auf das Gelände wünscht sich Gries ein Entgegenkommen der Stadt beim Einzelhandelskonzept. "Die Stadt sollte Ausnahmen zulassen, wenn sich ein Markt in der Nähe seines Standorts vergrößern möchte." Nach dem Einzelhandelskonzept darf ein 800 Quadratmeter großes Einzelhandelsgeschäft nur zehn Prozent größer werden. Eine andere Gefahr sieht Gries in der Ansiedlung eines Kaufland in der Nähe des Flughafens. (wir berichteten) "Dann überlegen die Märkte noch intensiver, ob sie in den Stadtteilen etwas machen." Dann müsse man mit dem Bus oder dem Auto zum Einkaufen fahren. Die weniger mobilen Menschen blieben dann völlig auf der Strecke.Gries sieht den Einsatz für die Versorgung mit Lebensmitteln als eine Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft. Denn die alten Stadtteile wie Niederauerbach hätten keine Ortsbeiräte und Ortsvorsteher, die ihre Interessen vertreten. Bei den fünf Stadträten aus Niederauerbach, vertreten in verschiedenen Parteien, herrsche Einigkeit in der Frage der Lebensmittelmärkte. "Werden die Stadtteile in die dritte Reihe abgeschoben?"Thorsten Gries, Vorsitzender der AG Niederauerbacher Vereine