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Holzvermarktung
Nicht alle sind begeistert

In unserer waldreichen Region sind die Erlöse der Holzvermarktung eine willkommene Einnahmequelle für die Kommunen.
In unserer waldreichen Region sind die Erlöse der Holzvermarktung eine willkommene Einnahmequelle für die Kommunen. FOTO: dpa / Tobias Hase
Südwestpfalz. Die kommunale Holzvermarktung ist in den Gemeinden umstritten.

Als Informationsveranstaltung war das Treffen von Orts- und Verbandsgemeindebürgermeister zum Thema Neuorganisation Holzvermarktung im Gasthof Pfälzerwald in Rodalben geplant. Als Referent war Thomas Rätz vom Gemeinde- und Städtebund (GStB) Rheinland-Pfalz gekommen. In vielen Kommunen und Verbandsgemeinden wurde über diese einschneidende Änderung bei der Holzvermarkung schon diskutiert. Beim Rodalber Treff vieler Bürgermeister von Reifenberg bis Bobenthal wurde aber klar, dass noch viele grundsätzliche Fragen offen sind. Zudem konnte Rätz auf einige entscheidende Fragen keine Antwort geben.

Auf der einen Seite plädierte Ralf Weber, Bürgermeister von Rumbach und seit 30 Jahren Förster, für einen Beitritt der Ortsgemeinden über die Verbandsgemeinden zur neuen kommunalen Holzvermarktungsgesellschaft (Holzvermarktungsregion Pfalz). Das Angebot sei alternativlos, sagte er.

Andere Bürgermeister, wie Rodalbens Stadtbürgermeister Wilhelm Matheis, befürchten hohe Kosten nach den sieben Jahren, in denen das Land für eine Anschubfinanzierung sorgen will. Rodalben hat geringe kommunale Waldfläche, wie auch Lemberg, dessen Bürgermeister Heinrich Hoffmeister aus diesem Grund eine Beteiligung ablehnte. Dafür warfen ihm einige Teilnehmer Ausscheren aus der Solidargemeinschaft der Verbandsgemeinde vor. Denn 100 000 Festmeter Holz soll die Vermarktungsgesellschaft schon mindestens anbieten können.



 Andere, wie Bobenthals Bürgermeister Markus Keller, standen prinzipiell positiv den neuen Strukturen gegenüber, sahen aber noch viele Unklarheiten in der neuen Konstruktion. Die Holzlandgemeinden vermarkten selbst, erinnerte Geiselbergs Bürgermeister Georg Spieß. Verbandsbürgermeister Michael Zwick (Dahner Felsenland) hielt das Thema in der Diskussion für zu hoch gehängt, sein Kollege Wolfgang Denzer (Verbandsgemeinde Rodalben) stimmte ihm zu.

 Mit all den Unklarheiten der neuen Vermarktungskonstruktion werden nun die Verbandsgemeinden über einen Beitritt zur Holzvermarktungsgesellschaft entscheiden müssen, wenn die Ortsgemeinden diesen Schritt befürworten. Einige, wie Trulben, haben dies schon getan.