| 00:00 Uhr

Neunkirchen rückt an den Fluss

Neunkirchen. Für Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried (SPD) ist es „das wichtigste Projekt seit dem Bau des Saarpark-Centers“. Die Blies soll ins Stadtbild zurück. Mehr Lebens- und Freizeitqualität seien das Ziel. Oliver Spettel

Mit dem Spatenstich begannen gestern in Neunkirchen die Bauarbeiten für ein städtebauliches Großprojekt. In fünf Bauphasen soll sich das Bild der Blies in der Innenstadt zwischen dem Lübbener Platz, gegenüber dem Stummplatz, und der Mozartstraße wandeln. In der ersten Bauphase wird es um einen zentralen Bereich zwischen Lübbener Platz und Brückenstraße gehen - ein Abschnitt von rund 800 Metern Länge.

Hier soll die alte Betonbrüstung der Bliespromenade einem offenen Geländer weichen. Im Bereich des nördlichen Ufers entstehen Sitzstufenanlagen. Ein Rad- und Spazierweg soll direkt am Wasser angelegt werden. Große Freitreppen verbinden laut Planung des Saarbrücker Büros Dutt&Kist den Uferbereich mit der Promenade. Dafür werden rund 2,1 Millionen Euro fällig. Ein Drittel trägt die Stadt, der Rest wird über das Förderprogramm "Stadtumbau West" finanziert - aus dem Städtebau förderprogramm des Saarlandes. Diesen Abschnitt soll im Sommer 2016 fertig sein.

In der Folge soll sich auch das südliche Ufer wandeln. Hier plant man eine Ebene auf "historischem Straßenniveau", weil der Bereich der zentralen Verkehrsader, der Lindenallee, seinerzeit mit Weltkriegstrümmern aufgefüllt worden war. Die neue Fläche liegt dann zwischen Straßenniveau und Fluss. Vom Ufer aus ragt eine Holzbühne über das Gewässer.

Ein dritter Bauabschnitt soll den Rad- und Fußweg bis zur Akademie der Saarwirtschaft (ASW) auf dem ehemaligen Saarstahlgelände im Westen der Stadt führen.

Ziel des "zentralen Programms für die City Nord" ist es laut Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried (SPD ), die Blies wieder ins Stadtbild zu integrieren. Außerdem werde ein Beitrag zur Erhöhung der Lebens- und Freizeitqualität in der Innenstadt geschaffen.

Für die Arbeiten werden Spundwände eingerammt, mit denen sich das Gelände terrassieren lässt. Damit die Maschinen überhaupt das Flussufer erreichen können, musste von der Brückenstraße eine große Rampe aufgeschüttet werden. Eine Brücke für Baugerät musste her. Seit dieser Woche überspannt eine Konstruktion mit Stahlträgern und Stahlplatten den Fluss. Die Bauzeit für den ersten Abschnitt soll nach Angaben der Stadt bis Ende September dauern. "Unvermeidbare Baustellen-Emissionen" kündigte Lucas Kist vom Planungsbüro bei einer Informations-Veranstaltung für die Bürger an. Besonders beim Einrammen der Spundwände komme es zu Lärm und Erschütterungen, räumt auch die Stadtverwaltung ein. Auch Bombenfunde könnten nicht ausgeschlossen werden.