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Neuer Prozess um Betrug mit Giacometti-Fälschungen

Mainz/Stuttgart. Mit gefälschten Giacometti-Skulpturen sollen ein Mainzer Kunsthändler und seine mutmaßlichen Komplizen Millionen gemacht haben - seit gestern müssen sich vier Männer und eine Frau vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Betrug und Urkundenfälschung vor

Mainz/Stuttgart. Mit gefälschten Giacometti-Skulpturen sollen ein Mainzer Kunsthändler und seine mutmaßlichen Komplizen Millionen gemacht haben - seit gestern müssen sich vier Männer und eine Frau vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Betrug und Urkundenfälschung vor. Dem Gericht steht damit ein neues Mammut-Verfahren ins Haus: Es sind derzeit 45 Verhandlungstage bis Ende Juni 2011 angesetzt. Als Drahtzieher gilt der Mainzer Kunsthändler, der Anfang des Jahres wegen Betrugs mit Fälschungen des Künstlers Alberto Giacometti zu fast drei Jahren Haft verurteilt worden war. In der neuen Anklage wird ihm und seinen mutmaßlichen Komplizen vorgeworfen, seit 2003 eine Vielzahl von Fälschungen für insgesamt neun Millionen Euro verkauft zu haben. Im August 2009 war in Mainz ein geheimes Lager mit rund 1000 gefälschten Bronzen des Schweizer Bildhauers ausgehoben worden. Zwei Angeklagte waren Inhaber eines Auktionshauses in Wiesbaden, über das ein Teil der Skulpturen vertrieben worden sein soll. Das Ganze flog auf, als die Bande versuchte, 17 Skulpturen für 1,3 Millionen Euro an einen verdeckten Ermittler zu verkaufen. dpa