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Nach Unfallflucht Anklage wegen versuchten Mordes

Rehlingen-Siersburg. Ein mittlerweile 25 Jahre alter Mercedes-Fahrer aus dem saarländischen Dillingen, der nach einem schweren Verkehrsunfall flüchtete, statt sich um einen lebensgefährlich verletzten Fußgänger zu kümmern, muss sich wegen versuchten Mordes verantworten

Rehlingen-Siersburg. Ein mittlerweile 25 Jahre alter Mercedes-Fahrer aus dem saarländischen Dillingen, der nach einem schweren Verkehrsunfall flüchtete, statt sich um einen lebensgefährlich verletzten Fußgänger zu kümmern, muss sich wegen versuchten Mordes verantworten. Erstmals seit Jahren hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken nach einem solch gravierenden Fall von Unfallflucht jetzt Anklage vor dem Saarbrücker Landgericht erhoben.Der Dillinger soll unter Alkoholeinfluss am Abend des 21. Oktober 2011 mit überhöhter Geschwindigkeit in der Siersburger Burgstraße (Tempo-30-Zone) unterwegs gewesen sein. Mit seinem Wagen erfasste er dort einen jetzt 29 Jahre alten Fußgänger, der gerade die Straße überqueren wollte. Der Mercedes-Fahrer suchte das Weite, ohne dem Opfer, das schwere Schädelverletzungen erlitt, zu helfen oder Hilfe zu alarmieren. Pressestaatsanwalt Thomas Reinhardt: "Nur durch Zufall wurde der Schwerverletzte auf der wenig belebten Straße gefunden. Er konnte durch eine Notoperation gerettet werden." Einige Tage nach dem Vorfall wurde durch den Hinweis von Anliegern das in einem Gewerbegebiet versteckte Unfallfahrzeug gefunden und der Fahrer ermittelt. Nach einem Geständnis wurde ein Haftbefehl außer Vollzug gesetzt.

Der Staatsanwalt stützt den Vorwurf des versuchten Mordes darauf, dass der Mann es unterlassen hat, dem Opfer zu helfen und mit der Flucht vom Unfallort seine Straftaten (Trunkenheitsfahrt, nicht angepasstes Tempo und Verursachen des Unfalls) verdecken wollte. Damit sei ein Mordmerkmal erfüllt. Im Fall einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe zwischen drei und 15 Jahren.

Im Rahmen der Ermittlungen wurde bekannt, dass der Fahrer vor dem Unfall in einer Gaststätte kräftig Alkohol konsumierte und ihn Servicepersonal aufgefordert hatte, sich nicht mehr ans Steuer zu setzen. mju