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Nach Obdachlosen-Mord wollen Angeklagte aussagen

Frankenthal. Fast fünf Jahre nach dem Mord an einem Obdachlosen in Ludwigshafen hat gestern der Prozess gegen zwei Männer begonnen. Die Angeklagten, die die Tat gestanden haben, kündigten vor dem Landgericht Frankenthal an, im Lauf des Verfahrens umfassend aussagen zu wollen Von dpa-Mitarbeiterin Susanne Ackermann

Frankenthal. Fast fünf Jahre nach dem Mord an einem Obdachlosen in Ludwigshafen hat gestern der Prozess gegen zwei Männer begonnen. Die Angeklagten, die die Tat gestanden haben, kündigten vor dem Landgericht Frankenthal an, im Lauf des Verfahrens umfassend aussagen zu wollen. Die heute 22 und 32 Jahre alten Männer sollen im Juni 2007 in einem Park ihr schlafendes Opfer schwer am Kopf verletzt und ihm mit Messerstichen die Halsschlagader durchtrennt haben.Die Tat blieb lange ungeklärt, eine Sonderkommission ermittelte. Vergangenen Sommer stellte sich dann der ältere der beiden Angeklagten, daraufhin räumte auch der Komplize seine Beteiligung an der Tat ein. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden gemeinschaftlichen Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Sie sollen betrunken und bewaffnet mit Schlagstöcken, einer Luftdruckwaffe und einem Messer losgezogen sein, "um jemanden aufzumischen und schwer zu verletzen". Den möglichen Tod ihres 50 Jahre alten Opfers hätten sie dabei billigend in Kauf genommen.

Der Prozess wurde nach den Angaben der Angeklagten zu ihrem Lebenslauf auf Freitag kommender Woche vertagt, dann werden auch ihre Aussagen erwartet. Nicht geklärt ist bislang, wer der Initiator der Tat war. Der Verteidiger des Jüngeren erklärte am Rande des Prozesses, sein damals erst 18 Jahre alter Mandant sei vom älteren Angeklagten "durch Drohungen zur Mitwirkung gezwungen" worden, er habe unter Schock gestanden. Die Messerstiche sollen auf das Konto des 22-Jährigen gehen, der gehofft habe, "dass es schnell endet". Laut Staatsanwaltschaft wurde 20 Mal auf das Opfer eingestochen. Zudem wurden mehr als 20 teils schwere Kopfverletzungen an der Leiche entdeckt. Auch die Luftdruckwaffe feuerten die Angeklagten demnach auf den Obdachlosen ab. dpa