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Carl Spitzwegs „Zeitungsleser im Hausgärtchen“ wird vorgestellt
Kunst betrachten und kreativ werden

 Daheim geblieben: Carl Spitzwegs „Zeitungsleser im Hausgärtchen“ aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Daheim geblieben: Carl Spitzwegs „Zeitungsleser im Hausgärtchen“ aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. FOTO: mpk, Kaiserslautern
Kaiserslautern. Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) bietet Kunstinteressierten eine besondere Aktion.

(red) Viele sind zurzeit gezwungen, ihre Zeit zu Hause zu verbringen. Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) bietet Kunstinteressierten eine besondere Aktion, die den Titel „Wie siehst du mich“ trägt und die eigenen kreativen Kräfte weckt. Einmal wöchentlich stellt das Museum des Bezirksverbands Pfalz ein Kunstwerk aus der ständigen Sammlung auf der Website www.mpk.de, Facebook und Instagram vor.

Dann sind die Betrachter eingeladen, einen „Kommentar“ dazu in Form einer Collage, einer Fotografie, einer Malerei, einer Skulptur, einer Zeichnung – mit welchen Mitteln auch immer – zu gestalten. Das Ergebnis sollte als digitales Bild an die E-Mail-Adresse WieSiehstDuMich@mpk.bv-pfalz.de geschickt werden. Ausgewählte Stücke präsentiert das mpk nach der Wiedereröffnung des Museums im Original für alle im Kunstgang.

Als erstes Bild stellt das mpk Carl Spitzwegs „Zeitungsleser im Hausgärtchen“, das um 1845/48 entstand. Der abgebildete ältere Mann befindet sich zu Hause im Garten, geschützt von einer hohen Mauer und üppigem Grün. Es inspiriert vielleicht dazu, sich künstlerisch damit auseinanderzusetzen, wie der neue Alltag in den vier Wänden aussieht und wie man mit der Familie und den Freunden in diesen Tagen in Kontakt bleibt.



Spitzwegs kleinformatige Genrebilder spiegeln das Leben des kleinbürgerlichen und weitgehend unpolitischen Menschen der Restaurationszeit wider. Negative oder störende Elemente sind ausgeblendet. Die Bilder zeigen meist eine ungetrübte Kleinstadt oder Landidylle mit oft etwas kauzigen, aber harmlosen und ein beschauliches Leben führenden Menschen. Wenngleich Spitzweg häufig einen ironischen, spöttelnden Ton anschlägt, bleibt die unterschwellige Kritik an der selbstgewählten Beschränkung dieser Menschen aufs Private immer liebenswürdig.

Seine späten Landschaftsbilder zeichnen sich durch einen sehr freien Farbauftrag und eine realistische Wiedergabe aus.