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Müllverbrennung wird billiger

 Die Müllverbrennungsanlage in Pirmasens. Foto: Hehner/pma
Die Müllverbrennungsanlage in Pirmasens. Foto: Hehner/pma FOTO: Hehner/pma
Zweibrücken/Pirmasens. Erstmals seit 2007 sinken die Entgelte für die Mitglieder des Zweckverbands Abfallverwertung Südwestpfalz (Zas) für die Müllverbrennung. Private Kleinanlieferer müssen dagegen tiefer in die Tasche greifen. Franz Pioth

Gute Nachrichten für die Mitglieder des Zweckverbands Abfallverwertung Südwestpfalz (Zas): Das Entgelt für die Verbrennung des Mülls sinkt im kommenden Jahr erstmals seit 2007 um 6,32 auf 282,39 Euro pro Tonne. Die Preise für private Kleinanlieferer steigen dagegen leicht. Eine Kofferraumladung (bis 450 Liter) kostet künftig 27,10 Euro statt bisher 26,85 Euro .

Das Geld wird bar im Müllheizkraftwerk kassiert. Das Rechnungsprüfungsamt des Kreisverwaltung Südwestpfalz hat bei einer Prüfung im Mai festgestellt, dass binnen zwei Tagen 517 Euro einbezahlt wurden. Bei diesen nicht unerheblichen Beträgen sei die praktizierte jährliche Abrechnung bedenklich. Künftig sollte die Kasse mindestens jeden Monat abgerechnet werden, so der Vorschlag.

Bei ihrer Sitzung am morgigen Mittwoch, 11.30 Uhr, im Pirmasenser Ratssaal will die Verbandsversammlung die neu kalkulierten Entgelte beschließen. Dabei geht es auch um einen "Nachschlag" für das Jahr 2015, in dem insgesamt ein Verlust von 1,4 Millionen Euro aufgelaufen ist. Erträgen von 34,8 standen Ausgaben von 36,2 Millionen Euro gegenüber. Der ausgabenwirksame Verlustanteil von gut einer Million Euro sollen die sechs Zas-Mitglieder mit einer nachträglichen Zahlung ausgleichen. Für die Südwestpfalz bedeutet dies ein Entgelt von 140 000 Euro , Pirmasens muss 134 000 Euro beisteuern. Mit 294 000 Euro trägt der Kreis Germersheim den größten Anteil, der anhand der angelieferten Müllmenge berechnet wird. Der neue Zas-Geschäftsführer Dr. Thomas Linnert sagte auf Nachfrage, der Nachschlag werde fällig, weil die Verbandsmitglieder statt der geplanten 72 000 lediglich 62 000 Tonnen Abfall zur Verbrennung beigesteuert hätten. Insbesondere die Einführung der Biotonne in der Südwestpfalz habe den Rückgang verursacht.



Die Anlage in Fehrbach ist fast voll ausgelastet. Thomas Linnert geht davon aus, dass im laufenden Jahr fast 180 000 Tonnen Müll verbrannt werden. Bei seinem Wirtschaftsplan für das nächste Jahr plant er ebenfalls mit diesem Volumen. Mehrere Faktoren spielen ihm bei der Preiskalkulation in die Karten. Aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage und des hohen Konsums in Deutschland falle mehr Abfall an. Außerdem werde in den rund 70 Anlagen auch mehr Müll aus dem Ausland verbrannt. Aufgrund der Marktsituation mit den ausgelasteten Kapazitäten habe er um 22 Prozent höhere Preise für die Verbrennung von Gewerbemüll ansetzen können. 2017 kalkuliert der Zas hier mit durchschnittlich netto 94,85 Euro pro Tonne. Vor zwei Jahren war ein Durchschnittspreis von 78 Euro erzielt worden. Auf dem Staffelhof wird etwa 40 Prozent Gewerbemüll verbrannt. Gut neun Millionen Euro soll dieser Geschäftsbereich im nächsten Jahr an Einnahmen abwerfen.