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Mit Stolperstein an die Vergangenheit erinnern

Zweibrücken. Als Erinnerung an die Vergangenheit und Mahnung für die Gegenwart versteht Kulturdezernent Henno Pirmann den Stolperstein für den 1908 in Zweibrücken geborenen Walter Frick. "Mit dem Stein wird an ein Opfer der Nazi-Herrschaft erinnert

Zweibrücken. Als Erinnerung an die Vergangenheit und Mahnung für die Gegenwart versteht Kulturdezernent Henno Pirmann den Stolperstein für den 1908 in Zweibrücken geborenen Walter Frick. "Mit dem Stein wird an ein Opfer der Nazi-Herrschaft erinnert." Der Kulturdezernent hofft, dass viele Zweibrücker über den Pflasterstein mit einer Messingplatte vor dem Haus Alte Steinhauser Straße 30 "stolpern".Der Dirigent und Komponist starb im August 1941 in der Landesheilanstalt Bernau. In einem Brief an die Ehefrau wurde Lungenentzündung als Ursache genannt. Eine vom Schwager angezeigte Sterbeurkunde ist fehlerhaft und auf dem Zweibrücker Friedhof gibt es keine Eintragung oder Genehmigung der Beisetzung, obwohl der Name auf dem Familiengrabstein steht (wir berichteten). Das alles fand die Enkelin Julia Frick in einem Jahr intensiver Recherche heraus. "Ich sehe eine Seelenverwandtschaft mit meinem Opa", erläuterte die 21-jährige Studentin für klassischen Gesang ihr Motiv.

Bei der Verlegung des ersten Zweibrücker Stolpersteins erzählte sie den rund 50 Teilnehmern die Geschichte ihres zuletzt in Berlin lebenden Großvaters mit dem Hang zur Depression, dem Verrat des Schwagers, eines SS-Hauptsturmführers der Walter Frick in eine Berliner Heilanstalt einliefern ließ, wo er starb. Ob sie die Geschichte in einem Roman aufschreibt, ließ sie offen. "Jetzt zählt nur eins. Walter Frick wurde ein Opfer der Naziherrschaft. Und mit dem Stein haben wir ein Denkmal gesetzt." Gesetzt hat es der Künstler Gunter Demnig. Seit 2000 hat er fast 34 000 Stolpersteine geschaffen. "Das ist ein Lebenswerk", sagte Demnig. In diesem Jahr sei er schon ausgebucht. Nach einem begründeten Antrag eines wird ein Stein mit Tafel verlegt. Neben Zweibrücken wurde auch in Herschberg ein Stein verlegt. sf