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Mit Rasseln und Gesang durchs Dorf

Kleinsteinhausen. Man weiß heute nicht mehr so genau, woher dieser alte Brauch des Pfingstquacks stammt. In Kleinsteinhausen jedenfalls erinnerten sich im Jahr 2004 die Böllerschützen an ihn und beschlossen, ihn wiederzubeleben. Und so trafen sich am Pfingstsonntag um 8 Von Merkur-Mitarbeiter Peter Fromann

Kleinsteinhausen. Man weiß heute nicht mehr so genau, woher dieser alte Brauch des Pfingstquacks stammt. In Kleinsteinhausen jedenfalls erinnerten sich im Jahr 2004 die Böllerschützen an ihn und beschlossen, ihn wiederzubeleben. Und so trafen sich am Pfingstsonntag um 8.30 Uhr die Böllerschützen und Mitglieder des Fördervereins des Kindergartens und viele Kinder natürlich am Sportplatz in Kleinsteinhausen, nicht um zu böllern, sondern um zu quacken.Drei Leiterwagen wurden mit viel Grün geschmückt und schon mal probeweise hierhin und dorthin gezogen, alkoholfreie Getränke geladen zu eigener Labe. Denn der Zug durch Kleinsteinhausen sollte bis gegen ein Uhr dauern. Von Haus zu Haus ging die Tour, um eine milde Gabe wurde gebeten. "Wir sammeln, was wir kriegen", sagten die Böllerer, vor allem aber Geld und Eier, Schinken, Speck, Schnittlauch und Brot - was eben zu einer kräftigen Mahlzeit mit Eiern in der Pfanne so dazu gehört. Diese Mahlzeit wurde dann gegen Mittag neben dem Sportplatz an der Grillhütte angerichtet und kostenlos an alle Anwesenden vergeben. "Das Geld wird wie jedes Jahr für den Kindergarten gespendet", erklärte Ludger Gründfelder, Vorsitzender der Böllerschützen. Mit dabei und unentwegt im Kreis springend: ein lustiger weißer Pudelterrier - ein Hund gehört zu jeder echten Dorfidylle unverbrüchlich dazu. Die Kinder waren außer Rand und Band, für sie war es ein ganz besonderer Spaß.

Lieder wie "Riraro, ibbers Jahr sinn wa widder do" singen die Kinder, wenn die Leute etwas spenden. Oder "quack, quack, quack, die Eier sinn geback". Das ist von Dorf zu Dorf verschieden. Mit Schnarren, Rasseln und anderen Kracherzeugern zog die muntere Gruppe durch ihr Dorf und weckte die Langschläfer. Pfingsten erinnert an die Ausschüttung des heiligen Geistes. Der aber blieb beim fröhlichen Zug durchs Dorf erst einmal außen vor. "Das Geld wird wie jedes Jahr für den Kindergarten gespendet."

Ludger Grünfelder