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Meinung der Bürger spielt keine Rolle

 Die Diskussion um das Deponiegelände im Rechenbachtal reißt nicht ab. Foto: UBZ
Die Diskussion um das Deponiegelände im Rechenbachtal reißt nicht ab. Foto: UBZ FOTO: UBZ
mülldeponie Meinung der Bürger spielt keine Rolle Zu: „Scharfe Angriffe auf OB Kurt Pirmann“ (vom 31. März) Während es in der Festhalle um das wichtige Thema der Deponieerweiterung ging, meldete sich Oberbürgermeister Pirmann über Rundfunk zu Wort.

Ja, es ist schade, dass sich ein OB nicht mit seinen Bürgern an einen Tisch setzen kann. Hat man genug Geld, kann man sich den besten Anwalt leisten und muss auch nicht anwesend sein. Ich frage mich, wieso behandelt man friedliche Bürger, die sich Sorgen um ihre Gesundheit machen, so? Die BI war immer zu Gesprächen bereit. Wenn alles so unbedenklich und sicher ist, warum wurde dann mit einem Aufgebot von so vielen Experten angetreten? Von Gutachten und Experten wurden die Bürger schon oft enttäuscht. Eine Deponie, die gefährliche Stäube und Asbest verarbeitet, ist immer eine Gefahr. Nicht alles ist berechenbar. Wenn es um den Haushalt von Zweibrücken so schlecht steht, wie uns Herr Pirmann berichtet, stellt sich die Frage, wieso die Stadtspitze sich die Gehälter erhöht hat. Herr Reichling verzichtete auf eine Erhöhung. 2011 machte die Deponie 3,9 Millionen Euro Gewinn. 2012, mit Herrn Pirmann als OB, waren es bereits 8,34 Millionen Euro. Da muss ganz schön Müll beigefahren werden, um so einen Gewinn zu erzielen. Es steht fest, Herr Pirmann setzt auf das Müllgeschäft. Die Meinung der Bürger spielt dabei keine Rolle. Einen kleinen Trost habe ich, sollte es mal zum Austreten von Müllbrühe kommen, fließt sie nicht nach Mörsbach. Gefährliche Stäube, die eventuell austreten können, verteilt der Wind. Die Richtung des Windes können weder UBZ noch irgendwelche Experten bestimmen. Wenn es sogar der Saharasand bis zu uns schafft, sollten sich die umliegenden Gemeinden einmal Gedanken machen. Doris Müller, Zweibrücken

Flohmarkt

Eine gute Idee von Mario Facco

Zu: "Massen-Ansturm fast wie beim Stadtfest" (vom 31. März)

Da hat der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Mario Facco, einmal eine gute Idee gehabt. Die Verlegung des Flohmarktes vom Schlossplatz in die Fußgängerzone war ein voller Erfolg. So hatten die zahlreichen Besucher Gelegenheit, sowohl die Schaufensterauslagen als auch die Stände in einem Durchgang zu besichtigen, was, wie der große Andrang gezeigt hat, auch gerne angenommen wurde. Zu dieser Idee kann man wirklich sagen: Hut ab! Das Wasserspiel auf dem Alexanderplatz ist auch sehr gelungen und eine Attraktion für zahlreiche Kinder.

Allerdings tut mir das Luicche leid: Sein rechtes Bein ist schon ganz verkrampft, da fehlen einige Zentimeter Sandsteinplatte, um es aufstellen zu können. Ein Ausmessen vorher wäre sinnvoll gewesen. Aber das kann man ja noch nachholen. Martin Krück, Zweibrücken

Inklusion

Inklusion muss in den Köpfen ankommen

Zu: "Auf dem richtigen Weg" (vom 26. März)

Mit Interesse habe ich den Artikel gelesen. Er entlarvt geradezu die eigentliche Problematik. Ich selbst bin als Vater eines körperbehinderten Sohnes mit der Thematik konfrontiert. Im vergangenen Jahr stand für uns die Entscheidung an, in welcher Schule wir unser Kind anmelden. Die Schwierigkeit: Natürlich spielt die Barrierefreiheit einer Schule eine Rolle. Aber sie ist bei Weitem nicht die entscheidende Rolle. Und genau diese Reduktion des Thema Inklusion auf bauliche Veränderungen, spiegelt der PM-Artikel und natürlich die Aussagen des Pressesprechers wider. Für Eltern, die letztendlich eine solche Entscheidung treffen müssen, stellen sich ganz andere Fragen. Zum Beispiel, ob die Lehrer oder Erzieher, falls es um die Inklusion im Kindergarten geht, auf das Thema Inklusion vorbereitet sind. Wie hoch ist die Fortbildungsquote einer Schule in diesem Bereich? Es geht ja nicht nur darum, dem Behinderten Wissen zu vermitteln. Natürlich geht es auch darum, dem behinderten Kind den Umgang mit seinen persönlichen Grenzen zu vermitteln, auf der anderen Seite geht es auch darum, dem restlichen Klassenverband soziale Kompetenzen zu vermitteln. Das ist eine pädagogische Herausforderung, und wenn man bedenkt, wie viel Pädagogikseminare ein Gymnasiallehrer besucht hat, wird einem ganz bange. Das ist auch mit ein Faktor, den man sich gut überlegt. Es gibt übrigens auch nicht wenige Eltern nicht-behinderter Kinder, die die Befürchtungen hegen: Ist ein behindertes Kind in der Klasse, bekomme dieses seitens des Lehrers mehr Aufmerksamkeit, wie das eigene Kind. Dann werden von der ADD noch gerne die sogenannten Schwerpunktschulen angepriesen. Klingt ja an sich sehr schön, doch auf den zweiten Blick geht dann oftmals das behinderte Kind doch nicht in die Schule in seinem Lebensumfeld und in den Schwerpunktschulen werden zu dem häufig Kinder mit sehr ausgeprägten sozialen Verhaltensaufälligkeiten beschult. Nicht gerade das Umfeld, in die man sein behindertes Kind mit ruhigem Gewissen gibt. Die schwierigsten "Bauarbeiten" müssen aber in den Köpfen der Menschen stattfinden. Dafür sollten Land und Kommune wesentlich mehr tun. Gegenüber Ländern, wie den Niederlanden, Dänemark und Schweden, hat die Mentalität der Gesellschaft in Deutschland noch erheblichen Nachholbedarf. Daher habe ich mich schon gefragt, warum der PM-Artikel das Thema so sehr auf das barrierefreie Bauen reduziert. Oliver Duymel, Zweibrücken