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Martinshöhe
Martinshöhe will neue Baugrundstücke ausweisen

Neues Bauland möchte die Ortsgemeinde Martinshöhe erschließen und der Bereich „Rennwiesen“ (links) im Bild käme dafür in Frage. Über einen Kreisel könnte die Erschließung erfolgen und der würde zugleich die Verkehrssituation in Richtung Landstuhl wesentlich entflechten.
Neues Bauland möchte die Ortsgemeinde Martinshöhe erschließen und der Bereich „Rennwiesen“ (links) im Bild käme dafür in Frage. Über einen Kreisel könnte die Erschließung erfolgen und der würde zugleich die Verkehrssituation in Richtung Landstuhl wesentlich entflechten. FOTO: Norbert Schwarz
Martinshöhe. Varianten sehen 23 oder 32 solcher Plätze vor. Das Planungsbüro verweist aber auf einige Hürden. Von Norbert Schwarz

Die Infrastruktur von Martinshöhe gilt manchem als beispielhaft, nicht erst seit der Titelverleihung „Modellgemeinde  der Zukunft“. Dies dank  Grundschule, Kindergarten, Ärzten, Apotheke und Geschäften. Damit weitere junge Familien in den Genuss dieser Einrichtungen kommen können, soll weiteres Bauland ausgewiesen werden. Möglichkeiten dazu erarbeitete der Planungsstab von WVE Kaiserslautern, einem Unternehmen, das sich ganz der Baulanderschließung widmet.

Zur Erinnerung: Noch unter Ex-Bürgermeisterin Barbara Schommer war im Rat der Unmut darüber gewachsen, dass neue Bauflächen nur innerorts erschlossen werden sollen. Erfolgreich konnte zwar mit Professor Karl Ziegler als „Ziehvater“ die Baulanderschließung in zweiter Reihe erfolgreich umgesetzt und kurzfristig weiteres Bauland angeboten werden, doch allen kommunalpolitischen Kräften schwebte vor, dass der Ort für die Zukunft ein neues Baugebiet bekommen müsse. Dass der Weg dahin schwer wird,  konnte die Beigeordnete Jutta Theis, welche derzeit die Ortsgeschäfte  für die aus persönlichen Gründen zurückgetretene Schommer führt, zum Auftakt der letzten Ratssitzung im Dorfgemeinschaftshaus darlegen.

Die WVE als leistungsstarker Erschließungsträger und 100-prozentige Tochter der Stadtwerke Kaiserslautern war zuvor bereits als adäquater Erschließungspartner ausgesucht worden. Elisabeth Steinbacher, im Haus der WVE Verantwortliche für die Bauleitplanung, ließ auch gleich zum Auftakt ihrer Erläuterungen zu den beiden Erschließungsvarianten keine Zweifel darüber aufkommen, dass noch etliche Stolpersteine bis zum Erreichen des Zieles aus dem Weg zu räumen sind. „Das beginnt bereits mit der äußeren Erschließung des Gebietes, da nämlich könnte ein Kreisel bei der L 465 aus Richtung Landstuhl am Ortseingang von Martinshöhe mithelfen, den Verkehr zu beruhigen und für die passende Verteilung sorgen. Gespräche mit dem Landesbetrieb für Mobilität (LBM) sind unerlässlich, weil bei einer gemeinsamen Sache das Projekt gefördert wird.“



Wie Kollegin Hannah Leidecker erläuterte, müsste wohl die Ortsgemeinde beim Kreiselbau, über welchen später einmal die äußere Erschließung des Baugebietes möglich wäre, ein Kostenviertel übernehmen. Hierfür würde es dann aber wiederum eine Förderung bis maximal 65 Prozent geben. Bei der größeren Variante könnten 32 Baugrundstücke erschlossen werden. Die Baugrundstücke würden eine durchschnittliche Größe von 550 Quadratmeter aufweisen. Die Erschließungskosten (Wasser, Kanal, Strom, Straße) seien mit 100 bis 110 Euro in die gegenwärtige Kalkulation eingeflossen. Als Bodenrichtwert gelten derzeit 25 Euro, womit der volle Erschließungspreis bei 125 bis 135 Euro liege. Auf der nördlichen Seite der Landstraße könnten fünf Bauplätze in der Fortsetzung der vorhandenen Ortsrandbebauung an der Zweibrücker Straße geschaffen werden. Aber der LBM in Kaiserslautern müsste einem Verschieben der Ortsgrenze zustimmen.

Nicht 32, sondern 23 Baugrundstücke sind es bei der kleineren Variante. Es sind bestimmte Modifizierungen wie etwa der Abstand zur Landstraße zu beachten. Die Bauplätze dort (ohne Kreisel-Erschließung) könnten etwas größer werden, im Schnitt 650 Quadratmeter. Der voll erschlossene Grundstückspreis soll dort bei zwischen 110 und 120 Euro liegen. Bei der kleineren Variante käme die Gemeinde ohne eine Änderung des Flächennutzungsplanes der Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau aus. Im Fall der großen Lösung wäre eine Änderung allerdings notwendig, weil hier neue Bauland- und Verkehrsflächen hinzukämen.