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Barrierefreiheit und Brandschutz
Martinshöhe will endlich eine Lösung fürs DGH

 Das Dorfgemeinschaftshaus in Martinshöhe.
Das Dorfgemeinschaftshaus in Martinshöhe. FOTO: Norbert Schwarz
Martinshöhe. Ein fachlich qualifiziertes Ratsmitglied soll jetzt Vorschläge erarbeiten, um die Anforderungen an Barrierefreiheit und Brandschutz zu erfüllen. Von Norbert Schwarz

(cos) Kann der neue Martinshöher Ortsbürgermeister Hartwig Schneider den Gordischen Knoten beim Thema Brandsicherheit und Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses endlich durchschlagen? Bereits Amtsvorgängerin Barbara Schommer biss sich, bildlich gesprochen, daran die Zähne aus und mit den übergeordneten Behörden auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Jetzt soll vom gegenwärtigen alten Rathaus das Besprechungszimmer ins Dorfgemeinschaftshaus verlegt werden. Bei eventuellen Umbauarbeiten könnte auch die Frage des barrierefreien Zugangs zu diesem Haus geklärt werden.

Wer alte Bausubstanz zeitgemäß umgestalten und den heutigen Bauvorschriften anpassen will, muss einen steinigen Weg begehen. Ortsbürgermeister Hartwig Schneider und die Ratsmitglieder können ein Lied davon singen. Peter Burkhard, ein „einheimisch Bub“ und Inhaber eines Ingenieurbüros in Zweibrücken, das üblicherweise damit beschäftigt ist, Anlagen zur Nutzung von Sonnenenergie zu installieren, erarbeitet jetzt Lösungsvorschläge, wie zum einen der Ortsbürgermeister im Dorfgemeinschaftshaus ein neues Dienstzimmer bekommen kann und behinderte Bürger und Gäste zudem barrierefrei in den großen Saal der Einrichtung gelangen können. Ein Projekt mit Haken und Ösen, denn einmal fehlen Flächen, ein anderes Mal ergeben sich Zwangspunkte aus baulichen Vorschriften wie etwa der Fluchttür an einer Außenwand, die, so die baurechtliche Vorgabe, sinnvollerweise „nach außen“ geöffnet werden soll.

Der Reihe nach. Im Kellergeschoß des jetzigen Dorfgemeinschaftshauses (für viele in Martinshöhe einmal Schulort gewesen) war bisher der Kaninchenzuchtverein P99 Martinshöhe untergebracht, welcher die Räumlichkeiten im Kellergeschoss vereinsgerecht hergerichtet hatte. Sogar mit Holzdecke, die allerdings nicht mehr zeitgemäß ist und deshalb entfernt werden soll. Um eine neue Zugangsmöglichkeit zu schaffen, müssten dicke Sandsteinwände am Gebäude aufgebrochen und entsprechend fachgerecht wieder hergestellt werden. Umfangreiche Innenarbeiten sind notwendig, um in diesem Bereich das Besprechungszimmer des Ortsbürgermeister neu zu schaffen.



Trotz einiger offener Punkte wie etwa der Vorgabe von Fensterflächen, die nicht vollumfänglich einzuhalten ist, muss mit Kosten von rund 54 200 Euro gerechnet werden. Nicht minder schwierig: der rollstuhlgerechte Zugang zum großen Saal im Untergeschoß des Dorfgemeinschaftshauses. Dafür erarbeitet Peter Burkhard gleich drei verschiedene Varianten, ohne jedoch bei einer festzustellen zu können: Die und keine andere. Dabei scheint die, über einen Außenaufzug die Behinderten ins Hausinnere zu bringen, noch die Unproblematischste zu sein. Über Rampen den Zugang zu ermöglichen scheitert aus verschiedenen Zwangspunkten, wie etwa der Schräge. Direkt neben dem Dorfgemeinschaftshaus befindet sich nämlich die Feuerwehrbleibe und die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr müssen verständlicherweise ausreichend Platz haben, um schnell zum Einsatzort gelangen zu können.

Rund 112 000 Euro muss die Ortsgemeinde Martinshöhe wohl in die Hand nehmen, damit sie alles auf die Reihe bekommt. Für die inzwischen aus der Ratsopposition agierende SPD-Fraktion ist noch immer das schon zu Zeiten von Barbara Schommer gefertigte Brandschutzkonzept ein Thema. Einig waren sich die Ratsmitglieder allerdings in der Grundsatzeinschätzung, dass Lösungswege, zugegeben durchaus steinige, aufgezeigt wurden. Jetzt wird mit den übergeordneten Stellen abgeklärt, was machbar und durchsetzbar ist, insbesondere in welchem Umfang die Umnutzung und Nutzungserweiterung samt dem barrierefreien Zugang mit finanzieller Hilfe des Landes gefördert werden kann.