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Ortsgemeinderat hat Auftrag vergeben
Martinshöhe bringt Neubaugebiet voran

Martinshöhe. Allerdings fehlen noch sechs Bauwillige, um auch die haushaltsrechtliche Hürde zu nehmen. Positiver Nebeneffekt wäre die Entschärfung eines Verkehrsproblems. Von Norbert Schwarz

Mit aller Macht streben die Ratsmitglieder von Martinshöhe das Ausweisen eines neuen Baugebiets in der Gewanne „Zur Rennwiese“ an. Einstimmig hat der Ortsgemeinderat jetzt die Westpfälzischen Ver- und Entsorgungsbetriebe aus Kaiserslautern beauftragt, einen Bebauungsplan-Vorentwurf zu erarbeiten. Die WVE sind zudem Partner für die Erschließung und Vermarktung der künftigen Baugrundstücke. Auf einer Fläche von fast 30 000 Quadratmetern soll Bauland geschaffen werden, erläuterte Hans-Werner Schlunz von den WVE. Zwei Fliegen will die Kommune mit einer Klappe schlagen. Denn, kann der zweite Bauabschnitt realisiert werden, wird der Fahrzeugstrom aus Richtung Landstuhl oder Knopp-Labach-Schmitshausen sicherer. Statt der nicht ungefährlichen Einmündung der Landstraße 466 (Richtung Schmitshausen) in die L 465 ist dort ein Kreisel vorgesehen. Planungsrecht soll bereits jetzt mit dem Bebauungsplan geschaffen werden. Der Kreiselbau wird später eine Gemeinschaftsaufgabe von Land und Ortsgemeinde sein.

22 Bauplätze wären mit dem ersten Bauabschnitt zu erschließen. Ortsbürgermeister Hartwig Schneider konnte in Fragen der Grundstücksverhandlung punkten: Die Erschließungsfläche im ersten Bauabschnitt befindet sich in Hand der Ortsgemeinde. Das Einleiten eines zeitraubenden Umlegungsverfahrens kann dadurch unterbleiben.

Was die Größe der Baugrundstücke angeht, ist man vom großen Zuschnitt längst abgekommen, erläuterte Dipl.-Ing. Schlunz. 565 Quadratmeter groß sollen die Grundstücke werden. Die Ortsgemeinde ist bemüht, den Wünschen der künftigen Bauherrn Rechnung zu tragen. Das Interesse potenzieller Bauherrn ist weiterhin groß. Allerdings vernahm bürgermeister Schneider aus dieser Richtung zuletzt auch schon unterschwellige Kritik. Statt permanenter Rückfragen, ob noch Interesse bestehe, meinten die Angehörten an die Gemeindeadresse: „Machen doch endlich mol voran!“ Nägel mit Köpfen sind also gefragt – der einstimmige Beschluss des Rates zum Vorentwurf war nun ein solcher richtungsweisende Entscheid.



Von den angeschriebenen Interessierten haben zehn sich ein weiteres Mal positiv rückgemeldet. Das aber reicht noch nicht: 16 Bauinteressierte werden benötigt, damit auch die haushaltsrechtiche Hürde genommen werden kann und die Kommunalaufsicht in Kaiserslautern grünes Licht gibt.

Wie wichtig das Ausweisen von neuem Baugelände für Martinshöhe ist, machte Schneider mit dem Hinweis deutlich, dass seit dem Jahr 2002 die aufstrebende Ortschaft auf der Sickingerhöhe dennoch 200 Einwohner verlor. Allein mit der Losung, im Ort baulich zu verdichten, sei das Problem nicht lösbar.

Bei der Frage der Ableitung des Niederschlagswassers ist die Ortsgemeinde einen ganz wesentlichen Schritt weitergekommen. Wie der Bürgermeister mitteilte, sind die Grundstücksverhandlungen dazu gleichfalls mit Erfolg abgeschlossen worden. Die als Alternative vorgesehene Ableitung im Rohrsystem, die auch teuerer gekommen wäre, kann damit entfallen. Verhandlungen mit den Verantwortlichen der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (Regionalstelle für Wasser-, Abfallwirtschaft und Bodenschutz) werden demnächst geführt. Auf der Fläche von 2000 Quadratmetern lässt sich ein 700 Kubikmeter großes Rückhaltebecken realisieren.

22 Bauplätze im ersten Bauabschnitt, läuft alles plangemäß wäre ein Abschluss der Erschließungsarbeiten 2020/2021 denkbar. Der zweite Bauabschnitt mit neun Bauplätzen könnte danach Realität werden. Festpreise wird die WVE mit den künftigen Grundstückseigentümern vereinbaren. Das ist auch zu deren Sicherheit, weil die Erschließungskosten im Bodenpreis beinhaltet sind. Die Höhe ist derzeit noch offen. Schlunz warnte vor falschen Erwartungen. Er könne zwar keinen Kaffeesatz lesen, aber „die Zeiten, wo auf dem flachen Land die Bodenpreis unter 100 Euro pro Quadratmeter voll erschlossenem Bauland lagen, sind längst Geschichte“.