| 22:23 Uhr

Liebes Bayer Leverkusen!

Ich weiß nicht, welcher Teufel die Verantwortlichen bei Eurem Verein geritten hat, sich den Schmähruf "Vizekusen" auch noch gesetzlich schützen zu lassen. Dabei habt Ihr doch in der Vergangenheit trefflich dafür Werbung gemacht, dass Ihr einfach keinen Titel gewinnen könnt. Das ist sportlich schon schmerzlich genug

Ich weiß nicht, welcher Teufel die Verantwortlichen bei Eurem Verein geritten hat, sich den Schmähruf "Vizekusen" auch noch gesetzlich schützen zu lassen. Dabei habt Ihr doch in der Vergangenheit trefflich dafür Werbung gemacht, dass Ihr einfach keinen Titel gewinnen könnt. Das ist sportlich schon schmerzlich genug. Doch deshalb diesen wenig schmeichelhaften Begriff auch noch beim Deutschen Patent- und Markenamt anzumelden, spottet jeglicher Beschreibung.Dabei muss doch nur in den Annalen seit 1997 geblättert werden, in denen dokumentiert wird, dass Ihr jeweils an Titeln geschnuppert, doch in den entscheidenden Momenten Eure Nerven versagt haben. Der Volksmund würde sagen: "Ihr habt vor der Toilette in die Hosen gesch . . ." Für diese Häme haben die Fußballprofis selbst gesorgt. Nix war es mit dem derzeit vom Deutschen Rekordmeister Bayern München gepflegten Selbstbewusstseins-Mythos unter Trainer Louis van Gaal "Mir san mir", womit die Bayern bei der Konkurrenz Angst und Schrecken verbreiten.Bezeichnend für Euer Abonnement auf den zweiten Platz ist das Jahr 2002 unter Trainer Klaus Toppmöller und dem heutigen Kapitän der Deutschen Nationalmannschaft, Michael Ballack, als innerhalb von zwölf Tagen die Champions-League, der Pokal und die Deutsche Meisterschaft verspielt wurden.Derartige sportliche Niederschläge sind wahrlich keine Basis dafür, eine Werbekampagne loszutreten, trotz der Fußballgrößen Rudi Völler als Sportdirektor oder Jupp Heynckes als Trainer. Auch sie sind keine Titelgaranten, denn Vizekusen bleibt auch in dieser Saison seinem Trauma treu.Deshalb musste sich der Bayer-Kommunikationschef für sein Geld schon etwas überlegen, wie er seinen Verein in die Schlagzeilen bringen kann. Das ist ihm trefflich gelungen. Dabei heißt doch das Sprichwort: "Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen." Ihr Leverkusener habt zumindest in dieser Hinsicht Euren Spitzenplatz verteidigt.