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Landkreis schreibt rote Zahlen

Zweibrücken. Trotz steigender Einnahmen ist der Haushalt des Landkreises Südwestpfalz "nicht erfreulich", erklärt Landrat Hans Jörg Duppré. Nach dem Entwurf der Verwaltung weist der Ergebnishaushalt ein Minus von 8,2 Millionen Euro und der Finanzhaushalt ein Minus von 3,8 Millionen Euro aus Von Merkur-Mitarbeiter Fritz Schäfer

Zweibrücken. Trotz steigender Einnahmen ist der Haushalt des Landkreises Südwestpfalz "nicht erfreulich", erklärt Landrat Hans Jörg Duppré. Nach dem Entwurf der Verwaltung weist der Ergebnishaushalt ein Minus von 8,2 Millionen Euro und der Finanzhaushalt ein Minus von 3,8 Millionen Euro aus.Um das Minus auszugleichen, müsste die Umlage, mit der die Ortsgemeinden den Kreis mitfinanzieren, auf 54,5 Prozent erhöht werden, rechnet die Leiterin der Finanzabteilung, Elisabeth Hüther, vor. "Aber das ist den Gemeinden nicht zumutbar", betont Duppré. Die Umlage steigt von 42 auf 43,5 Prozent. Wobei der Landesrechnungshof schon länger fordere, dass die Kreise mehr Geld von den Gemeinden nehmen sollten.

Dabei werden die so genannten freiwilligen Leistungen des Landkreises durch Haushaltssperren weiter gekürzt. So stehen für das Historama in Hornbach und das Schuhmuseum in Hauenstein statt 30 000 Euro nur noch 15 000 Euro zur Verfügung. Auch bei der Kreisvolkshochschule ist die Hälfte der 25 000 Euro mit einem Sperrvermerk versehen. Für Sportvereine bleiben für die Sanierung oder die laufende Unterhaltung der vereinseigenen Sportanlagen noch 75 000 Euro statt 156 000 Euro.

Die Ausgaben von 78 Millionen Euro im Bereich Jugend und Soziales prägen den Haushalt. Über zwei Drittel der Investitionen des Landkreises fließen in die Schulen: Die Generalsanierung des Schulzentrums Dahn, der Ausbau der IGS Thaleischweiler-Fröschen oder der IGS Contwig. Hier stehen im kommenden Jahr 2,5 Millionen im Investitionsplan.



Doch damit wird der notwendige Ausbau der Oberstufe "nur angeschoben". "Da es in Zweibrücken keine IGS wird die Schülerzahl in der IGS Contwig stabil bleiben", schätzt Duppré. Eine andere Frage wäre, ob in der Stadt vorhandener und demnächst frei werdender Schulraum von der IGS nicht genutzt werden kann. Darüber soll es Gespräche geben. Der künftige Zweibrücker Oberbürgermeister Kurt Pirmann hat das Thema auch schon angesprochen (wir berichteten).

Direkt betroffen sind die Bürger durch die Erhöhung der Müllgebühren. Nach der Berechnung zahlt künftig ein Vier-Personen-Haushalt 184,80 Euro im Jahr, 20 Euro mehr als 2011 und 2011. Aber weniger als von 2005 bis 2007.