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Kupferklau und Pókemon

 Den schweren Kerwestrauß zu befestigen, war ein hartes Stück Arbeit. Foto: Schwarz
Den schweren Kerwestrauß zu befestigen, war ein hartes Stück Arbeit. Foto: Schwarz FOTO: Schwarz
Martinshöhe. Keine Frage: Was das Kerwefeiern angeht, ist Martinshöhe derzeit regelrecht eine Hochburg. Gut 300 und mehr Zuhörer versammelten sich jetzt, um Finnja-Joy Haack und Anna Theis bei der traditionellen Rede zu lauschen. Norbert Schwarz

Was das Feiern der Kerb in der Region angeht, so ist im Augenblick zumindest die große Ortschaft auf der Sickingerhöhe das Maß der Dinge. Einige riesige Menschenmenge hatte sich am Sonntag vor dem Gasthaus "Zur Martinshöhe " versammelt, als zunächst der mit 30 000 roten und schwarzen Papierbändern geschmückte Kerwestrauß in der Verankerung befestigt wurde und anschließend Finnja-Joy Haack und Anna Theis eine tolle, fetzige Kerwerede hielten.

Jung und Alt waren am Sonntag in den Nachmittagsstunden auf den Beinen. Sie alle wollten sich das diesjährige Kerwespektakel auf keinen Fall entgehen lassen. Ganz im Gegenteil. Bei herrlichem Spätsommerwetter genossen alle vor dem Gasthaus "Zur Martinshöhe " den Zauber einer Dorfkerb. Es war, darin waren sich die älteren Besucher einig, fast schon so wie anno dazumal, als gleich in vier Wirtshäusern, die allesamt rund um die "Kreuzung" ihren Standort haben, mit Straußbuben und Kerwestrauß die Kerb gefeiert wurde.

Tosender Beifall belohnte die 14 Straußmädel und -buben, als sie den überschweren Baum mit seinen 30 000 rot-schwarzen Bändern in Position gebracht hatten. Was anschließend, nach dem ersten Hochlebenlassen der Kerwe, Finnja-Joy Haack und Anna Theis keck und gekonnt berichteten, war das Sahnehäubchen für das gesamte Zeremoniell. Köstlich glossierten sie das Dorfgeschehen und machten deutlich, wie anfangs auch verkündet, dass sie das ganze Jahr über ihre Spitzel versteckt gehalten hatten. So kam eben nicht nur des "Sputniks Kupferklau" ans Tageslicht, wurde nicht allein der dreiste Klau von gleich vier Autoreifen an Dominiks Auto beleuchtet, sondern auch von "Pókemon Go" im Martinshöher Park berichtet. Wie man sich um Strafen bei Polizeikontrollen winden kann wurde verraten und sorgte für viel Gelächter, und die Schlägerei im Villenviertel kam auch noch einmal zur Sprache. Kritische Töne fehlten gleichfalls nicht. Die Dorfbewohner sollten wieder mehr zu den Festen kommen, wie etwa beim Dorffest, wo der Besucherstrom spärlicher als früher gewesen sei. Für das Kerwefeiern jedenfalls galt das nicht, und mit frenetischem Applaus wurde den beiden für die großartige Kerwerede gedankt.