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Kunst im Namen der Rose

 Andrea Schwender aus Contwig fand das Rosenbild bemerkenswert und wollte es sich etwas näher ansehen. Foto: Lehmann
Andrea Schwender aus Contwig fand das Rosenbild bemerkenswert und wollte es sich etwas näher ansehen. Foto: Lehmann FOTO: Lehmann
Zweibrücken. Noch bis zum 1. Juli stellen Zweibrücker Geschäfte Kunst zum Thema Rosen aus. Dabei lässt sich die Kunst der Künstlergruppe Prima zwischen den Auslagen durchaus neu und individuell entdecken. Peter Fromann

Es hat sich inzwischen herumgesprochen, der Zweibrücker Rosengarten wird 100 Jahre alt. Diesem denkwürdigen Jubiläum widmen sich auch Zweibrücker Künstler und stellen ihre Bildwerke noch bis zum 1. Juli in verschiedenen Schaufenstern in der Innenstadt aus.

1914 war die Pfalz eine bayerische Provinz, heute ist "Zweebrigge" eine kreisfreie Stadt, wenn auch die kleinste in Deutschland. Wieder ein Rekord. Und der Rosengarten ist auch einer: So alt, so schön und vieles mehr. Der Spaziergänger schlendert, um "nichts zu suchen in seinem Sinn", wie Goethe einst formulierte, oder doch etwas suchend, durch die neue Fußgängerzone und findet hier und da mitten in den Etalagen nun diese Bilder der Künstler. Er bleibt stehen und schaut, kommt teils ins Grübeln, teils vielleicht in freudiges Erschrecken. "Ach ja", denkt er, "ich muss doch mal wieder in den Rosengarten". Und das soll diese Aktion mit den Schaufensterbildern auch bewirken, unter anderem. Man kann natürlich das Bild im Kopf nach Hause tragen und sich daran ergötzen, Kraft daraus ziehen. Die Kunst zwingt ja niemanden zu irgendetwas, sie führt ein stilles unaufdringliches Leben, ruht sozusagen in sich selbst.

Dagmar Grieve ist eine der Künstlerinnen, die ein Rosenbild in Acryl auf Leinwand gemalt hat. Sie studierte Kunstgeschichte, Archäologie, Geschichte und Italienisch; ausgebildete Augenoptikermeisterin ist sie auch noch. Sie stellt ihr Bild bei "3er Lei" in der Sonnenstraße 1 aus, zwischen Wolle und gefälliger Mode zeigt sich die Rose auftauchend aus sonnigem Gelb vor himmlischem Blau, eine Rose, die ihre Blüte entfaltet hat, eine zweite ist noch geschlossen. Die Entwicklung einer Knospe zu einer Blüte ist wissenschaftlich eindeutig, erscheint aber vielen Spaziergängern noch immer wie ein Wunder. Das Bild von Grieve will diesen Aspekt hervorheben: dass wir wieder lernen, Wunder zu sehen. Weil Wunder eben das Leben viel wundervoller widerspiegeln. Bald 30 Künstler stellen insgesamt aus. Es lohnt also, die Augen offen zu halten.