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"Kinderlärm ist kein Lärm"

Zweibrücken. Im Korb an der Niederauerbacher Carl-Pöhlmann-Straße landet dieses Jahr wohl kein Basketball mehr. Die Eisentüren zum Feld auf dem Spielplatz an der Kreuzung zur Burrbachstraße wurden mit schweren Schlössern letztes Jahr abgeschlossen - und bleiben vorerst zu. Das sagt Rita Wingertszahn vom Jugendamt in Zweibrücken

Zweibrücken. Im Korb an der Niederauerbacher Carl-Pöhlmann-Straße landet dieses Jahr wohl kein Basketball mehr. Die Eisentüren zum Feld auf dem Spielplatz an der Kreuzung zur Burrbachstraße wurden mit schweren Schlössern letztes Jahr abgeschlossen - und bleiben vorerst zu. Das sagt Rita Wingertszahn vom Jugendamt in Zweibrücken. Zu laut sei der Lärm der Jugendlichen gewesen, die sich dort getroffen hätten; zum Spielen, aber auch, um dort zu Trinken. Mindestens ein Anwohner hatte sich beschwert. Folge: Der Platz wurde abgesperrt.Merkur-Leserin Lucia Rottmann wohnt in der Nähe des Spielplatzes und wollte wissen, wann das Basketballfeld wieder geöffnet wird. Außerdem stört sie, dass auf dem freien Platz nebenan überall Autos parken. Die Kinder könnten sonst dort viel besser Fahrrad oder Skateboard fahren. Dass das Feld wieder geöffnet wird, daraus wird aber laut Jugendamt "dieses Jahr wohl nichts." Ramona Helfenstein, die mit ihrer Tochter häufig den Spielplatz besucht, kann nicht verstehen, wieso man dich über Kinderlärm beschwert: "Kinderlärm ist kein Lärm", sagt sie. Das Verhalten der Stadt findet sie ungerecht, da nun keiner mehr den Basketballplatz benutzen kann: "Die Größeren machen Lärm und trinken Alkohol, und die Kleineren werden bestraft." Außerdem träfen sich die Jugendlichen abends immer noch auf dem Spielplatz, während Helfenstein und Rottmann sich mit ihren Kindern an die Ruhezeiten hielten. Beschwerden über Jugendliche habe es aber nicht mehr gegeben, seit der Platz abgesperrt wurde, sagt Rita Wingertszahn vom Jugendamt.

Für Ramona Helfenstein ist es sehr wichtig, dass der Spielplatz in einem guten Zustand ist. "Kinder wollen unter Kinder", sagt sie. Das Jugendamt hält es aber für fast unmöglich, den Lärmschutz einzuhalten, ohne den Basketballplatz abzusperren: "Mehr als Schilder aufstellen, können wir nicht", sagt Wingertszahn.

Die Jugendlichen hätten aber einen anderen Weg gefunden, Basketball zu spielen, erzählt Helfenstein: "Die steigen dann über das Gitter jetzt." chp



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