| 22:48 Uhr

Keine Filme ohne Meinungsfreiheit

Berlin. Zum Auftakt der Berlinale hat die internationale Jury unter Vorsitz von Isabella Rossellini die Freilassung des iranischen Regisseurs Jafar Panahi (Foto: epa) gefordert. "Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass er noch kommen kann und seinen Platz in der Jury einnimmt", sagte Rossellini gestern vor Journalisten in Berlin

Berlin. Zum Auftakt der Berlinale hat die internationale Jury unter Vorsitz von Isabella Rossellini die Freilassung des iranischen Regisseurs Jafar Panahi (Foto: epa) gefordert. "Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass er noch kommen kann und seinen Platz in der Jury einnimmt", sagte Rossellini gestern vor Journalisten in Berlin. "Die Meinungs- und Redefreiheit ist die Grundlage des Filmemachens."Der regimekritische Regisseur wurde in seiner Heimat zu einer Haftstrafe verurteilt und konnte deshalb bisher nicht nach Berlin reisen. Sein Platz bei der Eröffnungskonferenz der Jury blieb deshalb demonstrativ leer. Der indische Schauspieler und Regisseur Aamir Khan appellierte an die Regierung in Teheran, Panahi ausreisen zu lassen: "Er ist ein guter Botschafter der persischen Kultur."

Die Berlinale wurde am Abend mit "True Grit", dem neuen Film der Coen-Brüder, eröffnet (Bericht folgt). Heute wird in einer Solidaritätsveranstaltung Panahis Film "Offside" gezeigt. Über die Kriterien der Jury zur Vergabe der begehrten Bären wollte sich Rossellini nicht äußern. "Oh Gott, das weiß ich noch nicht. Das große Vergnügen liegt doch gerade in den Überraschungen, die auf uns warten." Jurymitglied und Schauspielerin Nina Hoss sagte: "Ich freue mich sehr auf die phantastischen Menschen, mit denen wir in die Diskussion über die Filme eintreten." dpa