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Tierschutz
Kastrationspflicht für Katzen in drei Kommunen

Katzen im Tierheim Eine ausgesetzte Katze wird am Montag (25.06.2007) im Duisburger Tierheim vom elfjahrigen Felix beobachtet. Sie sind die Lieblinge der Familie, doch vor dem langersehnten Urlaub stehen sie im Weg. Wahrend Herrchen und Frauchen zur sch“nsten Jahreszeit in Richtung Italien, Frankreich oder Spanien starten, geht die Reise f¸r ihre Haustiere immer haufiger ins Tierheim. Foto: Roland Weihrauch dpa/lnw(zu lnw KORR: "Urlaub ohne Haustier: F¸r Tierheime hat traurige Hochsaison begonnen" vom 25.06.2007) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Katzen im Tierheim Eine ausgesetzte Katze wird am Montag (25.06.2007) im Duisburger Tierheim vom elfjahrigen Felix beobachtet. Sie sind die Lieblinge der Familie, doch vor dem langersehnten Urlaub stehen sie im Weg. Wahrend Herrchen und Frauchen zur sch“nsten Jahreszeit in Richtung Italien, Frankreich oder Spanien starten, geht die Reise f¸r ihre Haustiere immer haufiger ins Tierheim. Foto: Roland Weihrauch dpa/lnw(zu lnw KORR: "Urlaub ohne Haustier: F¸r Tierheime hat traurige Hochsaison begonnen" vom 25.06.2007) +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: A3512 Roland Weihrauch / dpa
Mainz. Zahllose Katzen streunen in Rheinland-Pfalz umher. Viele verwilderte Tiere sind krank und unterernährt. Daher fordert unter anderem der Deutsche Tierschutzbund, solche Freigänger unfruchtbar zu machen. Mittlerweile gibt es nach Angaben des Gemeinde- und Städtebundes drei Kommunen in Rheinland-Pfalz, die eine Pflicht zur Kastration eingeführt haben. In Nordrhein-Westfalen sind es laut Deutschem Tierschutzbund bereits 87.

In der Verbandsgemeinde Brohltal in der Osteifel müssen seit Juli 2016 freilaufende Katzen unfruchtbar gemacht, gekennzeichnet und registriert werden. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld rechnen. Für sein Eintreten gegen die unkontrollierte Vermehrung der Katzen hat Tierarzt Markus Gilles im vergangenen Jahr den rheinland-pfälzischen Tierschutzpreis erhalten. Er sieht in der Kastration angewandten Tierschutz: „Es gibt ein Riesenpotenzial an Katzenelend in Deutschland.“

Eigentlich hatte sich Gilles einen „Schneeballeffekt“ erhofft. Aber bislang haben nur Maifeld und Worms eine Kastrationspflicht eingeführt. Hier gilt sie seit Januar dieses Jahres. Die rechtliche Grundlage dafür wurde schon 2015 geschaffen. Damals hatte das Land auf Grundlage des deutschen Tierschutzgesetzes eine Verordnung geschaffen, nach der die Kommunen eine Pflicht einführen dürfen, wenn in ihrem Gebiet die Notwendigkeit dazu besteht.

Die Tierheime könnte eine Eindämmung der unkontrollierten Vermehrung entlasten. Gerade in den wärmeren Monaten werden nach Angaben der Tierheime in Bad Kreuznach, Mainz und Koblenz immer wieder trächtige Katzen oder mutterlose Fundtiere abgegeben. Landesweit würden etwa 10 000 Katzen pro Jahr in den Tierheimen versorgt, schätzt der Tierschutzbund Rheinland-Pfalz. Die Kosten dafür werden mit rund 800 000 Euro angegeben.



(dpa)