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Jugend nahm Dorfleben aufs Korn

 Die Niederbexbacher Straußjugend zog am vergangenen Sonntag mit dem Kerwestrauß und zwei riesigen Transparenten in Richtung Kerwelokal. Foto: Bernhard Reichhart
Die Niederbexbacher Straußjugend zog am vergangenen Sonntag mit dem Kerwestrauß und zwei riesigen Transparenten in Richtung Kerwelokal. Foto: Bernhard Reichhart FOTO: Bernhard Reichhart
Niederbexbach. Mit dem Umzug der Straußjugend erlebte jetzt die Niederbexbacher Kirmes ihren Höhenpunkt. 54 Straußmääde und -buwen sorgten trotz miesen Wetters für ordentlich Stimmung. Nicht zuletzt trug die Kerwepfarrerin dazu bei. Bernhard Reichhart

Der Zug der Straußjugend durch den Ort sowie die Kerweredd bildeten am vergangenen Wochenende die Höhepunkte der Niederbetschbacher Kerb. In dem einstigen Arbeiter- und Bauerndorf Niederbexbach hat sich über Jahrzehnte hinweg die Kirmes mit ihren traditionellen Bräuchen erhalten. So sorgten 54 Straußmääde und Straußbuwe trotz des regnerischen Wetters an den Kirmestagen für Stimmung im Dorf. "Wemm iss die Kerb?" - "Unser!", ertönte es am Sonntagnachmittag beim langen Zug durch den Ort sowie bei der wieder von Kerwepfarrerin Anne-Kathrin Eberhardt vorgetragenen Kerweredd vor der "Heimat der Straußjugend", der Gaststätte "Zur Eiche", immer wieder aus schon ziemlich angekratzten Kehlen der Straußjugend.

Begleitet von den Musikern der Hacke zog die Straußjugend mit dem geschmückten Kerwestrauß sowie zwei riesigen Transparenten mit der Aufschrift "Malzochse" - so werden die Einheimischen genannt - durch die Bliestalstraße in Richtung Kerwelokal. Am Kerwelokal wartete bereits eine große Schar von Schaulustigen auf die Ankunft der Straußjugend um die Kerwepfarrerin. Unter lautstarken Anfeuerungsrufen war der Kerwe strauß am Lokal von Wirtin Bärbel Korst schnell angebracht und wurde mit Sekt auf den Namen Lisa getauft. Mit Anne-Kathrin präsentierte sich zum dritten Mal eine Frau als "Kerweparresch" auf der Leiter. Unterstützt von Lisas Nachfolgerin Lena ließ Ann-Kathrin von der Leiter herab spöttisch, lustig und zynisch einige amüsante Ereignisse aus dem vergangenen Jahr Revue passieren. Auf's Korn nahm sie dabei unter anderem die ein zweites Mal vorgenommene Wahl des Ortsvorstehers, den Mitgliederschwund im Gesangverein, in der Jugendabteilung oder der Feuerwehr ("Wer soll denn die Brände löschen?"). Auch beim Sportverein "laafe die Wertsleit fort", erklärte Anne-Kathrin. An der Bushaltestelle im Ort sei "die Hölle los", das sei zwar "e Renner, doch in de Bus einsteige will kenner". Im Mittelpunkt standen im Dorf bekannte Personen, die das ein oder andere Malheur erlebten.

Bereits am Kirmessamstag hatte bei der Kerweparty mit DJ Company in der Bliestalhalle Kirmestreiben geherrscht. Getrübt wurde die Kerb lediglich durch die 1:2-Heimniederlage der Fußballer, die damit auf dem vorletzten Tabellenplatz der Bezirksliga stehen.