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Bliesmengen-Bolchen
Wehr kam ganz schön ins Schwimmen

 Nach der Jahreshauptversammlung trafen sich (von links) der stellvertretende Löschbezirksführer Carsten Lauer, Löschbezirksführer Manuel Fillgraf, Michel Neumeier, Noah Spat, Timo Dincher, Benedikt Gimbel, der stellvertretende Wehrführer Max Usner und Jugendfeuerwehr-Beauftragter Nico Pawendenat zu einem gemeinsamen Gruppenbild.
Nach der Jahreshauptversammlung trafen sich (von links) der stellvertretende Löschbezirksführer Carsten Lauer, Löschbezirksführer Manuel Fillgraf, Michel Neumeier, Noah Spat, Timo Dincher, Benedikt Gimbel, der stellvertretende Wehrführer Max Usner und Jugendfeuerwehr-Beauftragter Nico Pawendenat zu einem gemeinsamen Gruppenbild. FOTO: Wolfgang Degott
Bliesmengen-Bolchen. Die Menger Wehr hatte im letzten Jahr 78 Einsätze, 54 mehr als im Vorjahr. Verantwortlich waren nicht Feuersbrünste, sondern Regengüsse. Von Wolfgang Degott

Die Bliesmenger Wehr ist 2018 von Einsätzen regelrecht überschwemmt worden. Löschbezirksführer Manuel Fillgraf sprach bei der Jahreshauptversammlung im euerwehrgerätehaus von 78 Einsätzen. Das seien 54 mehr als im Vorjahr. Verantwortlich dafür seien insbesondere die Starkregenereignisse gewesen. So sei man vom 31. Mai auf den 1. Juni mit 30 Einsatzkräften rund 16 Stunden im Dauereinsatz gewesen. Insgesamt seien für 258 Angehörige im letzten Jahr 650 Einsatzstunden zusammen gekommen. Um die Einsatzkraft zu verstärken, hätten neben der Teilnahme an den 29 Übungen auf Ortsebene zahlreiche Angehörige der 40-köpfigen Wehr an den Lehrgängen auf Gemeinde-, Kreis- und Landesebene erfolgreich teilgenommen. Zur Verbesserung der Ausstattung seien unter anderem ein Wassersauger und eine größere Saugpumpe angeschafft worden.

Als wichtige Komponente zur technischen Hilfe bei Fahrzeugunfällen nannte Fillgraf das „Power Shore-Stützsystem“. Es diene vor allem zum Abstützen und Stabilisieren bei Fahrzeugen aber auch bei sonstigen Unfällen. Er reklamierte die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges. Derzeit verfüge die Wehr über ein Löschfahrzeug, das 1985 gebaut und somit auf 35 Dienstjahre komme. „Dass ein solches Fahrzeug auf die heutigen Gegebenheiten und Einsatzsituationen nicht mehr passt, versteht sich von selbst“, so der Feuerwehr-Chef. Der stellvertretende Gemeindewehrführer Max Usner unterstrich die Notwendigkeit einer Fahrzeugbeschaffung, die auch im gemeindlichen Bedarfsplan vorgesehen sei. Er dankte der Wehr für ihren Einsatz, auch für die nach einem Starkregenereignis notwendige Evakuierung der Naturbühne Gräfinthal. Dabei seien 350 Personen gerettet worden, was eine tolle Leistung dargestellt habe. Nico Pawendenat, Beauftragter für die Jugendwehr, nannte die Mannschaftsstärke von 18 Jungen und zwei Mädchen, die der Nachwuchswehr angehören. 18 Übungen seien absolviert und durchschnittlich von 85 Prozent der Acht- bis 16-Jährigen besucht worden. Höhepunkt sei wieder das fünftägige Zeltlager in „Hetsches Loch“ gewesen, das zum 47. Mal veranstaltet und an dem auch die Nachbarwehr aus Bliesransbach teilgenommen hätte. In diesem Jahr findet es vom 1. bis 5. August statt. Pawendenat hob neben dem Maibaustellen und dem Martinszug auch den Empfang in der Staatskanzlei hervor. Dabei sei den jungen Florianen von Ministerpräsident Tobias Hans für die seit vielen Jahren durchgeführten Sammelaktionen zugunsten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge gedankt worden. Schriftführer Markus Bachmann skizzierte ein veranstaltungsreiches Jahr mit vielen Höhepunkten. So hätte zum 45-jährigen Bestehen der Partnerschaft eine gemeinsame Schauübung mit den Sapeur Pompiers aus Wiesviller ebenso stattgefunden wie der Tag der offenen Tür und die Mitwirkung am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Dabei seien mit Hilfe der Wehr Ruhebänke aufgestellt und der Schulungsraum als Treffpunkt der Arbeitsgruppen zur Verfügung gestellt worden. Bei der Begehung der Landeskommission habe man gemeinsam mit den Wiesviller Freunden die deutsch-französische Freundschaft betont. Gemeindebeigeordneter Eberhard Keipert sprach von einem jungen Feuerwehr-Team in Bliesmengen-Bolchen, das im vergangenen Jahre Herausragendes geleistet habe. Er sprach von einem von der Gemeinde beauftragen Projekt, in dem von einem Institut Auswirkungen von Starkregen auf die Natur untersucht werden.

Ortsvorsteher Hans-Bernhard Faas freute sich, dass sich die Dorfgemeinschaft auf die Feuerwehr verlassen könne, die immer da sei, wenn sie gerufen werde. Am Samstag, 4. Mai, veranstaltet die Feuerwehr ihre 45. Floriansfeier und vom 30. Mai bis 2. Juni ihre Fahrt nach Ried in Österreich. Auch sei wieder eine internationale Gemeinschaftsübung mit Wiesviller vorgesehen. Der Familientag ist für den 14. September geplant.



Für 20-jährige Zugehörigkeit wurde Michael Neumeier geehrt. Noah Spat, Timo Dincher und Benedikt Gimbel wurden als Anwärter in die Feuerwehr aufgenommen. Mehrheitlich sprach sich die Versammlung dafür aus, die Planung einer größeren 150-Jahr-Feier der Wehr und 60 Jahre Jugendfeuerwehr im Jahre 2024 in Angriff zu nehmen.

 Die Feuerwehr musste im Juni vergangenen Jahres rund 350 Besucher auf der Naturbühne Gräfinthal evakuieren.
Die Feuerwehr musste im Juni vergangenen Jahres rund 350 Besucher auf der Naturbühne Gräfinthal evakuieren. FOTO: Cornelia Jung