| 20:17 Uhr

Idealisierter Mythos um eine Kaiserin

Kitschiges Musical: "Sissi" und ihr Mann Franz Joseph auf der Bühne der Saarlandhalle. Foto: Asa Event
Kitschiges Musical: "Sissi" und ihr Mann Franz Joseph auf der Bühne der Saarlandhalle. Foto: Asa Event
Saarbrücken. Wien zur Zeit des 19. Jahrhunderts: Ungarn möchte Friedensverhandlungen mit Österreich eingehen und hofft dabei auf die Unterstützung der Kaiserin "Sissi". Dramatische Musik unterstützt ihr "Zugehen" auf Ungarn, als sie verkündet: "Ich komme nicht als Kaiserin zu euch, sondern als Mensch

Saarbrücken. Wien zur Zeit des 19. Jahrhunderts: Ungarn möchte Friedensverhandlungen mit Österreich eingehen und hofft dabei auf die Unterstützung der Kaiserin "Sissi". Dramatische Musik unterstützt ihr "Zugehen" auf Ungarn, als sie verkündet: "Ich komme nicht als Kaiserin zu euch, sondern als Mensch." Am Freitag ist in der Saarbrücker Saarlandhalle das Musical "Sissi" aufgeführt worden. Im Gegensatz zu dem Musical "Elisabeth" hielt sich das Stück jedoch an die Linie, die "Sissi"-Filme in der Vergangenheit vorgegeben haben. Was bedeutet, dass die Grenze zum Kitsch weit überschritten wurde. Wie auch in den beliebten "Sissi"-Filmen wurde hier das Bild einer idealisierten Kaiserin gezeichnet, die nicht eine einzige negative Charaktereigenschaft aufzuweisen hat - und somit ziemlich unglaubwürdig erscheint. Die historische Person der Elisabeth konnte diesem Bilderbuchcharakter nicht wirklich entsprechen. Das Publikum war jedoch mitunter anderer Meinung: "Ich bin ein ganz großer Sissi-Fan", sagte Kristina aus Ur-Exweiler, die die Karte von ihrem Freund geschenkt bekommen hatte. "Mir gefällt das Musical gut", so Kristina. Allerdings: Die Filme seien besser. Mit dem Musical "Elisabeth" sei das neue Musical allerdings nicht vergleichbar. Wisse man dies nicht von vornherein, könne man das Stück aber trotzdem genießen. Auch Margot und Gerhard Geier aus Schwalbach gefiel das Musical gut. "Ich habe auch die Filme gesehen", sagte Margot Geier. Ihr Mann dagegen hat sich auch mit der "echten Sissi" auseinandergesetzt: "Die war nicht wirklich so nett", gibt er zu bedenken. Positiv hervorzuheben waren nichtsdestotrotz Kostüme und Kulisse. Auch an den schauspielerischen Leistungen gab es nichts auszusetzen. Gesanglich saß zwar nicht jeder Ton an der richtigen Stelle. Doch den Darstellern muss man zu Gute halten, dass bei diesem operettennahen Musical viele Sprechgesänge eingestreut sind, die nicht immer leicht zu singen sind. Dennoch: Ein bisschen weniger Schmalz hätte nicht geschadet. chr