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Hochwasser in Rheinland-Pfalz
Hochwasserlage bleibt ernst

Auch die Lage am Rhein bei St. Goarshausen ist angespannt.
Auch die Lage am Rhein bei St. Goarshausen ist angespannt. FOTO: Thomas Frey / dpa
Mainz/Koblenz/Trier. Bevor heute die Flüsse in Rheinland-Pfalz wohl wieder weniger Wasser führen, sind die Pegelstände gestern meist weiter angestiegen. 

Wegen teils steigender Pegelstände ist die Hochwasserlage in Rheinland-Pfalz auch gestern weiter angespannt geblieben. Am Oberrhein in Mainz ging das Hochwassermeldezentrum von einem Höchstwert von rund 6,40 Metern in der Nacht auf heute aus. Statt der durchschnittlichen 3 Meter betrug der Wasserstand am Sonntagmittag knapp über 6,30 Meter. Am Pegel Maxau war bereits am Samstag mit 8,45 Metern der Scheitelpunkt erreicht worden.

Wie in Mainz sollte sich auch am Mittelrhein die Lage weiter verschärfen. Etwa für Koblenz und Bingen prognostizierte das Hochwassermeldezentrum in Mainz gestern Vormittag steigende Wasserstände mit bis zu 7,65 Metern in Koblenz. Heute sollen die Pegelstände aber sowohl an Ober- wie an Mittelrhein zurückgehen.

Unterdessen baute die Feuerwehr gestern in Koblenz weiter Stege auf. Auch eine insgesamt knapp vier Kilometer lange Hochwasserschutzwand habe sich schon bewähren müssen, sagte Florian Schulte von der Koblenzer Feuerwehr. Daneben gebe es Einsätze wegen vollgelaufener Keller am Peter-Altmeier-Ufer. Zu schaffen mache den Einsatzkräften die Parkplatz-Situation in der Nähe des Wassers: Das Ordnungsamt habe die Fahrzeuge von mehreren „Hochwassertouristen“ abschleppen lassen.



Auch in Linz (Kreis Neuwied) wurden nach Polizeiangaben zehn Autos aus Hochwasserzonen abgeschleppt. Zudem musste die Feuerwehr drei Autofahrer aus ihren Fahrzeugen befreien. Sie hatten ein Durchfahrtsverbot ignoriert und konnten wegen des Hochwassers nicht weiterfahren. Verletzt wurde dabei niemand. In Ingelheim im Kreis Mainz-Bingen wurde die Zufahrt zur Hafenmole wegen des steigenden Pegelstands gesperrt. Umliegende Parkplätze und Grünflächen seien bereits überflutet, wie die Polizei gestern Morgen mitteilte.

Die steigenden Wasserstände des Rheins trafen auch den Schiffsverkehr. In der Nacht zum gestrigen Sonntag wurde dieser zwischen Maxau und Speyer sowie zwischen Mainz und Köln eingestellt, wie eine Sprecherin des Hochwassermeldezentrums in Mainz sagte. Diese Abschnitte sollen im Laufe des heutigen Montags wieder für die Schiffe freigegeben werden, hieß es. Anders sieht es an der Mosel aus: Schon am Samstag waren dort keine Schiffe mehr unterwegs. Der komplette Fluss sei voraussichtlich noch bis morgen gesperrt, sagte ein Sprecher der Hochwassermeldezentrums in Trier.

Im Laufe der Woche soll sich dann auch an der Mosel die Lage entspannen. Laut Hochwassermeldezentrum wird sich der Wasserstand in Trier gestern bei einem Niveau von 8,40 Metern einpendeln. Überflutungen habe es vor allem an der Mittelmosel gegeben, wo teils Straßen und Keller unter Wasser standen. An der Obermosel werde der Pegelstand in Perl zunächst bis heute früh weiter steigen.

(dpa)