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Historisches Museum öffnet wieder

Frisch renoviert präsentiert sich das Historische Museum in Frankfurt am Main. Foto: Boris Roessler
Frisch renoviert präsentiert sich das Historische Museum in Frankfurt am Main. Foto: Boris Roessler
Frankfurt/Main. Der alte Neubau ist Geschichte, die Gegenwart gehört dem neuen Altbau: Wo sonst könnten Alt und Neu sinniger durcheinanderlaufen als bei einem Museum für Geschichte? Das Historische Museum Frankfurt will sich neu erfinden. Kein Fachmuseum für Geschichtswissenschaftler mehr sein, sondern ein Stadtmuseum für alle

Frankfurt/Main. Der alte Neubau ist Geschichte, die Gegenwart gehört dem neuen Altbau: Wo sonst könnten Alt und Neu sinniger durcheinanderlaufen als bei einem Museum für Geschichte? Das Historische Museum Frankfurt will sich neu erfinden. Kein Fachmuseum für Geschichtswissenschaftler mehr sein, sondern ein Stadtmuseum für alle."Einen ganz neuen Museumstyp" verspricht Direktor Jan Gerchow: eine "touristentaugliche" Frankfurt-Story, eine Dauerausstellung entlang typischer Frankfurt-Klischees (Die Geldstadt, Die Weltstadt), ein interaktives "Stadtlabor" über Gegenwart und Zukunft der Stadt. Die Fläche wird fast doppelt so groß sein wie zuvor. Aber das ist Zukunftsmusik, denn der Neubau, in dem all das zu sehen sein soll, ist derzeit nichts als eine Baugrube. Erst 2015 soll der vom Stuttgarter Architektenbüro Lederer Ragnarsdottir Oei entworfene Neubau eröffnet werden. Im März haben die Bauarbeiten begonnen. 2011 wurde der alte Waschbeton-Neubau des Historischen Museums abgerissen. Seit den 1970er Jahren hatte er den Blick vom Römer zum Main verstellt und galt vielen als eine der größten Bausünden der Stadt. Während oben am Römerberg für alle sichtbar die Bagger brummen, wurde unten am Mainufer - unbemerkt von den vorbeiflanierenden Touristenmassen - der Altbautrakt des Museums restauriert. 20 Millionen Euro kostete der Umbau, der hauptsächlich ein Rückbau war, wie Architekt Norbert Diezinger (Eichstätt) gestern erklärte.

Mit drei Tagen der offenen Tür wird dieser Gebäudetrakt an Pfingsten der Bevölkerung übergeben. Er besteht aus fünf historischen Bauten aus dem zwölften bis 19. Jahrhundert, darunter auch Teile der Königsburg aus der Staufer-Zeit. Teile der Stadtmauer aus dem späten Mittelalter, ein gotischer Turm, das Wohnhaus einer Händlerfamilie aus dem späten Barock, das neoromanische Zollgebäude - Architekturjuwelen, die nun erstmals zu sehen sind. dpa