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Spiel der Woche
Hetz mich nicht! „Total War: Warhammer 2“

Das Herzstück von „Total War: Warhammer 2“: Epische Schlachten zwischen Fantasywesen.
Das Herzstück von „Total War: Warhammer 2“: Epische Schlachten zwischen Fantasywesen. FOTO: Sega
Zweibrücken. „Total War: Warhammer 2“ ist dem Vorgänger in fast allen Belangen überlegen, baut aber unnötig Zeitdruck auf.

  Ja. Ist ja gut. Kann ich jetzt bitte mal weiterspielen? Und muss diese bunte Nabelschnur da ständig vor meiner Nase rumwabern? Es sind Momente wie diese, bei denen man beim zweiten Teil von Segas „Total War: Warhammer“-Trilogie ernsthaft mit dem Programm hadert. Das Problem: Um in das traditionell eher offene Spielprinzip (auf einer Strategiekarte rundenweise Armeen verschieben und Städte entwickeln, die dazugehörigen Schlachten in Echtzeit schlagen) eine ansatzweise stringente Geschichte zu integrieren und das letzte Spieldrittel interessant zu halten, wird der Spieler ständig unter Zeitdruck gesetzt.

Dieser Zeitdruck hat mit dem ultimativen Spielziel zu tun: In der Mitte der Spielwelt befindet sich ein sehr hübsch anzusehender Wirbel namens „Großer Mahlstrom“. Der hat den Sinn, Magie aufzusaugen und damit das Chaos auf der Warhammer-Erde einzudämmen. Eine Erfindung also, auf die Eltern in der realen Welt seit Generationen warten. Einige Fraktionen wollen nun den Mahlstrom stabilisieren, andere ihn zerstören. Dazu muss eine Reihe von Ritualen durchgeführt werden. Das führt zu einem Wettlauf, wie man ihn von „Civilization“ kennt. Mit dem Unterschied, dass er dort weniger stört (auch in „Rome 2“ haben die Story-Ansätze weniger gestört) – und es mehr Siegbedingungen gibt.

Aber genug davon: Da es relativ einfach ist, die Konkurrenten zwischen Vollendung des letzten Rituals und dem Sieg zu stoppen und der DLC „Mortal Empires“ allen Besitzern beider Warhammer-Teile kostenlos die Möglichkeit gibt, das Mahlstrom-Wettrennen zu umgehen, noch ein paar Worte über das eigentliche Spiel: Das ist für alle bedenkenlos zu empfehlen, die auch nur ein wenig Spaß an Fantasy-Schlachten haben. Selbst „Total War“-Veteranen, die sich bisher vor allem am steigenden Realitätsfaktor der historisch korrekten Vorgänger erfreut haben, sollten einen Blick riskieren. Festzuhalten ist: Die Fraktionen des Warhammer-Universums sind mit all ihren Besonderheiten toll umgesetzt, die Grafik ist ein Augenschmaus. Die Provinzverwaltung ist (dankenswerterweise) gegenüber dem letzten regulären „Total War“-Titel „Rome 2“ immer noch etwas schlanker, die Bauoptionen sind immer noch umfangreich. Hinzu kommen ausufernde Fähigkeitenbäume für die Kommandanten, die in den abwechslungsreichen Schlachten ordentlich austeilen. Die Motive und Handlungen der KI-Konkurrenz sind weiterhin nicht immer nachvollziehbar, stören aber immerhin nicht. In der Schlacht stellen sie sich sogar häufig regelrecht intelligent an. Ausnahme: Schüsse aus dem toten Winkel bemerken sie häufig erst zu spät oder gar nicht.



Wertung (Schulnote):⇥ 1-