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Haus am Dom: Archäologen suchen geplanten Standort ab

Worms. Während der Wormser Streit um ein am Dom geplantes Gemeindehaus weiterschwelt, packen die Archäologen die Schaufeln aus. Vor dem Start der Bauarbeiten für das Haus wollen sie an der Südseite des Doms nach Überresten der Vergangenheit suchen. Agentur

Am kommenden Montag geht es los. "Wir wissen, dass vermutlich unter dem heutigen Dom das römische Forum lag", sagte die Leiterin der Landesarchäologie Mainz, Marion Witteyer, am gestrigen Mittwoch. Man habe aber noch kein genaues Bild, wie weit es sich ausgedehnt habe oder warum gerade an dieser Stelle der Dom gebaut worden sei. "Wir sind daher sehr gespannt, ob die aktuelle Grabung hier neue Erkenntnisse zutage bringt."

Nach Angaben von Dompropst Tobias Schäfer sind für die Grabungen etwa vier Monate vorgesehen. Auf die Frage, ob er keine Angst habe, dass die Arbeiten den Bau weiter verzögern könnten, sagte er: "Wir sind ja selbst gespannt, ob sich hier vielleicht interessante Dinge finden werden. Von daher werden wir unsererseits keinen Druck machen."

Eine Bürgerinitiative ist gegen den Standort für das Haus am Dom. Sie beklagt, dass dadurch der Blick von der Südseite her verstellt würde, wo bislang Ost- und Westchor komplett zu sehen seien. Die Gemeinden sind dagegen der Ansicht, es entstehe ein Stück Architektur, das sich einfühlsam in das historisch bedeutende Umfeld einfüge (wir berichteten).