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Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Zweibrücken. "Das waren noch Zeiten": Für gewöhnlich ordnet man diesen Ausspruch älteren Zeitgenossen zu. Aber auch jüngeren Zweibrückern kommt zuweilen ein "das waren noch Zeiten" in den Sinn. Nämlich, wenn sie mit dem Pkw am Bahnhof der Rosenstadt vorbeifahren - Richtung Homburger Hauptbahnhof. Denn: Die Glanzzeiten des Zweibrücker Hauptbahnhofs sind passé Von Merkur-Redakteur Mathias Schneck

Zweibrücken. "Das waren noch Zeiten": Für gewöhnlich ordnet man diesen Ausspruch älteren Zeitgenossen zu. Aber auch jüngeren Zweibrückern kommt zuweilen ein "das waren noch Zeiten" in den Sinn. Nämlich, wenn sie mit dem Pkw am Bahnhof der Rosenstadt vorbeifahren - Richtung Homburger Hauptbahnhof. Denn: Die Glanzzeiten des Zweibrücker Hauptbahnhofs sind passé. Roswitha Chéret (Foto: pm), Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, gehört zu den Zweibrückern, die genau um die glorreiche Vergangenheit des ehemals verkehrstechnisch bedeutendsten Punktes der Stadt wissen. Chéret wünscht, dass der Bahnhof noch einmal ganz groß herauskommt. An diesem Sonntag ist es soweit, wie die Denkmalschützerin im Gespräch mit dem Merkur erklärt. Denn dann wird bundesweit der Tag des offenen Denkmals begangen. Auch Zweibrücken mischt wieder mit. Chéret freut sich über einen großen Bahnhof am Bahnhof. Sie erklärt die Hintergründe: "Das Motto des diesjährigen Tages des offenen Denkmals lautet ,Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr'. Da ist es natürlich naheliegend, sich dem Hauptbahnhof näher zu widmen." In einer gemeinsamen Aktion mit dem Historischen Verein Zweibrücken wird Chéret die Besucher des Hauptbahnhofs multimedial in die Vergangenheit zurückführen. Chéret: "Die Aktion im Hauptbahnhof läuft von elf bis 16 Uhr. Wir zeigen beispielsweise Fotos aus den 50er- bis 80er-Jahren, Aufnahmen vom Kaplaneihof, als es noch den Grenzbahnhof gab und mehr. Ein Beamter wirft Impressionen auf eine Leinwand, dazu gibt es vom Historischen Verein weitere Fakten." Es werde nicht nur die glanzvolle Vergangenheit beleuchtet, sondern auch ein Blick in die Zukunft gewagt. Die Denkmalschützerin macht keinen Hehl daraus, dass sie sich die Reaktivierung der Bahn von Zweibrücken nach Homburg wünscht. Natürlich ist am Tag des offenen Denkmals nicht nur der Hauptbahnhof als Treffpunkt mit dabei. Auch die Karlskirche und das Schloss wirken mit. "Hier stehen schwedische Baumeister im Mittelpunkt." Das Motto ,Kultur in Bewegung' impliziere auch die Einflüsse auswärtiger Künstler und Architekten. Gerade die Schweden, vornehmlich Jonas Erikson Sundahl für das Schloss und Haquinius Schlang für die Karlskirche, hätten der Stadt den Stempel aufgedrückt. An sie werde in diesen beiden Häusern am Sonntag erinnert. Daneben gebe es um zehn, 14 und 16 Uhr Führungen, bei denen der Einfluss der Schweden auf die Architektur der Stadt eingegangen werde; Treff ist jeweils am Eingang des Schlosses.