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Gundacker weist Hohn-Kritik zurück

Zweibrücken. Es sei „zu einfach und zu billig“, einfach die Brocken hinzuwerfen und heftige Vorwürfe zu äußern, wenn man mit Argumenten nicht mehr weiterkomme: Mit diesen Worten weist Jürgen Gundacker, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, die Kritik Reiner Hohns an ihm zurück. Mathias Schneck

In hohem Maße irritiert zeigt sich Jürgen Gundacker (SPD ), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, über die harschen Worte von Reiner Hohn (FDP ). "Ich nehme das zur Kenntnis", sagte Gundacker gestern auf Anfrage des Merkur.

Hohn hatte dieser Tage für einen Paukenschlag gesorgt, als er "mit sofortiger Wirkung" sein Verbandsgemeinde-Ratsmandat niederlegte - und dies unter anderem damit begründete, dass im Verbandsgemeinde-Rat die Opposition mit "Ignoranz und Arroganz" behandelt werde, in dem Gremium herrsche "ein frustrierendes Klima" (wir berichteten).

Von solch einem "frustrierenden Klima" habe er nichts mitbekommen, entgegnet Gundacker. "Wenn ich in den Rat hineinhöre, nehme ich ein anderes Klima wahr", erklärt Gundacker.

Hohn führte als Beispiel für die "Arroganz der Macht" den jüngst beschlossenen überregionalen Wasserspielplatz in Contwig (wir berichteten) an. Gundacker bemerkt: "Die FDP hatte 2009 einen entsprechenden Beschluss im Haupt- und Finanzausschuss mitgetragen. Dort wurde das Tourismuskonzept vorgestellt. 2013 wurden die Pläne noch einmal in diesem Gremium vorgestellt und für gut befunden", erläutert der Verbandsgemeinde-Bürgermeister.

Hornbach habe früher selbst von einem "Leuchtturm-Projekt" profitiert - der Entwicklung des Klosters samt Historama. Auch dafür habe es damals in der Verbandsgemeinde - neben kritischen Stimmen - eine breite Mehrheit gegeben. Hohn als Bürgermeister von Hornbach habe mit von der Entwicklung des Klosters profitiert. Nun die Entwicklung eines zweiten Leuchtturmes auf dem Land zu kritisieren, sei nicht sehr fair. Auch, dass Hohn den Wasserspielplatz in die Nähe des Nürburgrings rücke und behaupte, es würde für das Contwiger Projekt mit Luftzahlen gerechnet, findet Gundacker unsachlich. "In der Sitzung haben wir berechnet, wie hoch der Wasserverbrauch im Wasserspielplatz wäre, wenn 50 000 Besucher kommen würden - prognostiziert haben wir diese Zahl aber nicht, wie Herr Hohn behauptet." Gundacker findet, es sei "zu einfach und zu billig", auf diese Art Kritik zu üben, "wenn man mit Argumenten nicht mehr weiterkommt". Überraschend ist für den Verbandsgemeinde-Bürgermeister zudem, dass Hohn "so kurz nach den Kommunalwahlen, die ja erst am 25. Mai waren" den Bettel hinwerfe; Hohn begründete dies damit, dass künftig sein Sohn Thomas (ebenfalls FDP ) im Verbandsgemeinderat mehr im Mittelpunkt stehen solle.

Wer Nachfolger Hohns werde, sei noch nicht entschieden, das Prozedere, wer in der FDP nun in den Rat nachfolge, könne einige Wochen in Anspruch nehmen, sagte Gundacker.